Ausstellung präsentiert altbewährte Sommergerichte

Das National Folk Museum of Korea stellt traditionelle Methoden im Kampf gegen die Sommerhitze vor

Besucherinnen nutzen den „Medientisch” mit Touchscreen

Wie haben die Vorfahren der heutigen Koreaner die drückende Sommerhitze ohne Klimaanlage oder Ventilator überlebt?

Eine Sonderausstellung, die gegenwärtig im National Folk Museum of Korea läuft, gibt einige Antworten auf diese Frage. Seit dem 20. Juli wirft die Ausstellung „Erholung an einem Sommertag: Geschmack, Gaumen & Heilung“ einen Blick auf die Lebensweisheiten und Tricks, welche die Vorfahren der heutigen Koreaner anwandten, um besser gegen die Sommerhitze gewappnet zu sein. Die Schau zeigt einige der Gerichte, welche die Koreaner in früheren Zeiten im Sommer gern gegessen haben, sowie häufig verwendete Alltagsgegenstände. Die Klimaanlage des Museums erlaubt den Besuchern auch eine kurze Auszeit von der drückenden Hitze, die derzeit tagsüber in Korea herrscht. Gleichzeitig kann das Publikum einen Blick auf eine Reihe von modernen Gegenständen in einem traditionellen, angenehm kühlen Hanok-Haus werfen.

Im ersten Ausstellungsabschnitt zum Thema „Geschmack” ist die Abbildung einer älteren Frau zu sehen, die in einem Ofen Feuer macht und Reis kocht. Die Ausstellungsfläche ist von einladenden Küchengeräuschen erfüllt: Man hört das Geräusch von Schneiden, Häckseln und kochendem Wasser. Es wird eine Reihe von Gerichten gezeigt, die seit Urzeiten gegessen wurden und die eine belebende Wirkung haben sollen, darunter Samgyetang (eine herzhafte Hühnersuppe mit Ginseng), Mineotang (eine Fischsuppe mit scharfem Adlerfisch) und Eomandu (Teigtaschen, die mit Fisch, Fleisch, Pilzen und anderem Gemüse gefüllt werden). Die Gerichte werden alle auf einem sorgfältig vorbereiteten Tisch präsentiert.

Besucher sehen sich Gerichte an, die im Sommer gegessen wurden

Videoclips, die an die Wand oder auf die Oberfläche des langen Tisches projiziert werden, sind nicht nur eine Augenweide für das Publikum, sondern vermitteln ihm auch ein besseres Verständnis der einzelnen Exponate. Schriftstücke wie das „Eumsik Dimibang“ (,음식디미방’), das erste Kochbuch in koreanischer Sprache, das etwa 1670 geschrieben wurde, und ein Buch über alkoholische Getränke, die normalerweise im Sommer gebraut werden, sind ebenfalls zu sehen.

Im Ausstellungsabschnitt „Gaumen“ erscheint eine Reihe von Sommergerichten - darunter scharf gewürzte Adlerfischsuppe, gekühlte Gurkensuppe und Kimchi aus Babyrettichen - auf dem Bildschirm, wie sie in Geschirr aus Porzellan, Glas und Metall serviert werden. Auch kann man sehen, wie der Tisch gedeckt wird.

Ganz nach der alten koreanischen Redensart „Hitze mit Hitze bekämpfen” (이열치열) stehen einige der Gerichte, die hier gezeigt werden, für traditionelle Bräuche, die als Bokdalim (복달임) bekannt sind. So aßen die Vorfahren der heutigen Koreaner eine herzhafte Suppe, um sich von der Mattigkeit aufgrund der Hitze zu erholen.

Blick auf die Ausstellungsräume

Der Ausstellungsabschnitt über „Heilung“ ist in einem 250-jährigen traditionellen Hanok außerhalb des Museums untergebracht. Eine Reihe von kunsthandwerklichen Gegenständen, die für den täglichen Gebrauch bestimmt sind, darunter Geschirr und Blumentöpfe, werden dort ausgestellt. In dem Hanok gibt es auch Programme, in denen die Besucher selbst kochen und einige der beliebtesten Sommergerichte kosten können. Unter den Gerichten sind: Chogyetang, eine gekühlte Hühnersuppe, kalte Nudeln und Obstsalat.

In einem Hanok außerhalb des National Folk Museum of Korea wird in einer Ausstellung handgearbeitetes Geschirr präsentiert, das für die Aufbewahrung und das Kochen von Essen verwendet wurde, sowie Blumentöpfe. Dies alles ist Teil der laufenden Ausstellung „Erholung an einem Sommertag: Geschmack, Gaumen & Heilung“.

„Diese Ausstellung geht über die bloße Präsentation von Exponaten hinaus. Sie führt sie durch den Prozess der Essenszubereitung und lädt dazu ein, sich persönlich am Kochprozess zu beteiligen”, sagte Museumsdirektor Cheon Jingi.

Die Austellung läuft noch bis zum 22. August. Der Eintritt ist kostenlos.

Fotos: National Folk Museum of Korea, Jeon So-hyang vom Ministrerium für Kultur, Sport und Tourismus

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