Die Tiefe und Universalität koreanischer Literatur stoßen auch in Italien auf große Resonanz

Die Literaturagentin Maria Gabriella Ambrosioni (links) beantwortet bei der Buchmesse Seoul 2016 Fragen aus dem Publikum.
„Ich denke, dass sich der Erfolg der koreanischen Literatur in Italien in ihrer besonderen Tiefe begründet.“
 
Die in Bologna ansässige Literaturagentin Maria Gabriella Ambrosioni hat am 16. Juni bei einem Seminar im Rahmen der Buchmesse Seoul 2016 über „Weltliteratur und koreanische Literatur auf dem globalen Büchermarkt“ und insbesondere in Italien gesprochen. 
 
Sie erzählte von ihrem Eindruck, nachdem sie den ersten koreanischen Roman gelesen hatte: „Es war – und ist es mehr und mehr – eine erfrischende Art von Literatur, die sich sorgsam mit den Menschen beschäftigt, über die sie erzählt und erkennt, wo sich die großen Wunden auftun; sie vermittelt eine neue Empfindsamkeit gegenüber der Welt“, sagte sie. Koreanische Literatur „ist so außergewöhnlich, dass sie in Italien sofort zu einem Phänomen wurde.“
Ambrosioni verteilte eine Liste mit koreanischen Romanen, die in Italien veröffentlicht wurden oder demnächst werden, darunter auch das Buch „The Vegetarian" von Han Kang, das im Herbst dieses Jahres in dem italienischen Verlag Adelphi erscheinen wird. Sie stellte einige Rezensionen und Zeitungsartikel vor, die über koreanische Autorinnen und Autoren und ihre Bücher in Italien erschienen sind. Dazu zählten Jung-myung Lee, Autor des Buches „The Investigation“, und die Schriftstellerin Kyung-sook Shin, deren Buch „I'll be Right There" 2014 in Italien erschienen ist. Sie erwähnte den Artikel „Der koreanische Tsunami“, der in dem Modemagazin Vogue Italia erschien: „Plötzlich veröffentlichte jeder italienische Verlag einen oder mehrere koreanische Bücher.“
 
Sowohl das Buch „The Investigation“ von Jung-myung Lee und „Das Huhn, das vom Fliegen träumte“ von Sun-mi Hwang wurden in Italien veröffentlicht (Fotos: Chang Iou-chung, Korean Publishers Association).
Die Literaturagentin sagte auch: „Durch die Thematisierung des Lebens, darunter Tod, Schmerz, Liebe und andere wichtigen Aspekte des Lebens, wird die koreanische Literatur universal und spricht Leser in aller Welt an und natürlich auch in Italien.“
 
Bei dem Seminar „Koreanische Literatur in Italien“ hielten auch die in New York ansässig Literaturagentin Barbara J. Zitwer und ein Vertreter der Libri Publishing Group, Adam Halmos, Vorträge. Zitwer sprach über den internationalen Erfolg von Han Kangs Buch „The Vegetarian", während Halmos darüber referierte, wie ein kleines Land wie Ungarn „Begeisterung in der Verlagswelt auslösen“ könne.
 
 

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