Eine Nacht in einem traditionellen Hanok, der Inbegriff von Wärme und Gastfreundschaft

Das Tteulanchae-Hanok-Gästehaus im Bukchon Hanok Village (Foto: Jeon Han)
Das Tteulanchae-Hanok-Gästehaus im Bukchon Hanok Village (Foto: Jeon Han)

Im Meer der Wolkenkratzer in der Innenstadt von Seoul gibt es ein elegantes Viertel mit traditionellen Hanok-Häusern, die einen deutlichen Kontrast zwischen Tradition und Moderne bilden.

Gemeint ist das Bukchon Hanok Village, das sich in Jongno-gu befindet. Reisende, die die Gegend als Teil ihres Reiseprogramms besuchen, können mehr tun, als die kultigen traditionellen Gebäude einfach zu besichtigen. Sie können auch in einem dieser Hanok-Häuser übernachten, um herauszufinden, wie es war, in einem so altmodischen Wohnhaus zu leben.

Die Übernachtung in einem Hanok bietet die Gelegenheit, eine Pause von der Hektik des Stadtlebens einzulegen, und es ist ein besinnlicher Ort, an dem der Geist zur Ruhe kommen kann. Die Gäste werden von einem gastfreundlichen Wirt oder einer gastfreundlichen Wirtin willkommen geheißen und suchen das Gespräch mit anderen Reisenden, um sich über ihre Lebensgeschichten auszutauschen.

Foto: Jeon Han
Foto: Jeon Han

„Allein in Seoul gibt es ungefähr 100 Hanoks, in denen man übernachten kann, und im ganzen Land gibt es über 500“, sagte Jo Sanku, der Geschäftsführer von Kozaza, einem Unternehmen, das Reisende darin unterstützt, ein Hanok für Übernachtungen zu finden.

„Die Gastgeber können Geld verdienen, indem sie ihr Haus für Gäste öffnen, während die Reisenden in unmittelbaren Kontakt mit einem traditionellen Lebensstil, Essen und Leuten kommen können”, fügte Jo hinzu.

Jo erzählte einige seiner Anekdoten über Google-Geschäftsführer Eric Schmidt, der im letzten Herbst mit Kozaza in einem Hanok übernachtete. Während er auf dem Fußboden des Hauses saß, sagte Schmidt, dass er gern ein Haus wie ein Hanok kaufen würde, wenn er die Chance hätte. Jo erinnert sich, dass sich Schmidt bei dem schönen herbstlichen Sonnenschein und der guten Herbstluft offensichtlich wohlfühlte.

Internationale Reisende interessieren sich zunehmend für Hanoks, wenn sie ihre Unterkünfte auswählen, weil sie dort im Gegensatz zu einem Aufenthalt in einem Luxushotel das „richtige Korea” zu einem erschwinglichen Preis erleben können.

Foto: Jeon Han
Foto: Jeon Han

Auch Korea.net hat sich zu dem Gebiet mit Kultcharakter aufgemacht, um aus erster Hand die Atmosphäre und den Charme eines traditionellen Hanoks zu erleben. Wir entschieden uns für das Tteulanchae-Hanok, das an einem Hügel gelegen ist.

Als wir ankamen, begrüßte uns die Gastgeberin Choi Kyung-hwan herzlich mit einem breiten Lächeln.

Choi betreibt ihre Unterkunft seit Mai letzten Jahres mit der Hilfe von Kozaza. Nachdem sie die Übersicht über ihre freien Zimmer auf der Kozaza-Website (www.kozaza.com) aktualisiert hat, können Reisende im Voraus Reservierungen vornehmen.

Das Tteulanchae-Hanok besteht insgesamt aus vier Zimmern: einem kleinen, einem mittelgroßen und zwei größeren Zimmern.

Die Preise liegen bei 60.000 koreanischen Won pro Nacht für den kleinsten Raum für zwei Personen, bei 80.000 koreanischen Won für den mittelgroßen Raum und bei 100.000 koreanischen Won für den größten Raum.

Foto: Jeon Han
Foto: Jeon Han

Das Tteulanchae-Hanok, eines der zahlreichen Hanok-Häuser im Bukchon Hanok Village in Jongno-gu, Seoul, ist mit einer gut funktionierenden Fußbodenheizung ausgestattet, die als Ondol bekannt ist, mit einer reinlichen und komfortablen Dusche, mit Kücheneinrichtungen und sauberen Betten.

Die Gastgeberin hat selbst 35 Jahre lang in dem Wohnhaus gelebt. Sie traf ihren Mann, der in der Nachbarschaft geboren wurde und dort aufwuchs, und nach der Hochzeit kauften sie das Haus, um eine Familie zu gründen.

Sie sagt, dass ihr Hanok „einer der wenigen Orte ist, an dem man von Augenzeugen Erzählungen über die Geschichte von Bukchon hören kann.”

Was beim Betreten des Hauses ins Auge fiel, waren die moderne, schicke Dusche und die Kücheneinrichtungen, die ganz im Gegensatz zum traditionellen Architekturstil stehen.

„Jeder - sowohl aus Korea als auch aus dem Ausland - bevorzugt saubere Dinge”, sagte Choi. „Alle Gäste möchten ein sauberes Badezimmer und saubere Bettwäsche.“

Dazu befragt, was das Wohnen in einem Hanok ansprechender als den Aufenthalt in anderen Arten von Unterkünften mache, antwortete die Gastgeberin: „Sie können ein einzigartiges Gefühl mit nach Hause nehmen, wie das Eintauchen in schöne Erinnerungen an Ihre alte Heimatstadt oder Ihre Eltern. Ein solches Gefühl bekommen Sie nicht an anderen Orten.“

Foto: Jeon Han
Foto: Jeon Han

Die Atmosphäre hier rief tatsächlich alte Erinnerungen hervor, als ob wir in einem jungen Alter Zeit mit Verwandten bei unseren Großeltern verbringen würden oder als ob wir mit einer Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit reisen würden.

 

Es gab keinen Moment, an dem man gefroren hätte, selbst in einer langen, kalten Winternacht wie dieser, dank der effizienten Fußbodenheizung, die als Ondol bekannt ist, für die heißes Wasser durch Röhren gepumpt wird, die sich unter den Fußbodendielen befinden.

 

Selbst Leute, die ziemlich empfindlich sind und denen das Einschlafen außerhalb des eigenen Zuhauses schwer fällt, schlafen gut in einem Hanok, eingefüllt in dicke Bettdecken und von unten durch die Fußbodenheizung Ondol gewärmt.

Am nächsten Morgen beobachteten wir den Sonnenaufgang über einem Meer von modernen Wolkenkratzern. Bald brachte die Gastgeberin einen Tisch mit unserem Frühstück herein: eine milchig-weiße Suppe mit Rinderknochen, Kohl-Kimchi und Kimchi aus in Würfel geschnittenem Rettich, Kkakdugi. Die Beilagen wurden alle von Choi selbst hergestellt und in Krügen in ihrem Vorgarten vergraben, um dort zu fermentieren.

„Ich biete an, was immer meine Gäste zum Frühstück essen wollen”, sagte Choi. „Auch nichtkoreanische Gäste sind von der koreanischen Küche begeistert. Als ich einmal einen Kimchi-Eintopf gemacht habe, mochten sie ihn wirklich.“

Das Tteulanchae-Hanok bietet Frühstück für seine Gäste an, gewöhnlich koreanische Küche, inklusive einer Schüssel mit herzhafter Suppe, Reis und hausgemachtem Kimchi.

 

Frau Choi (Foto: Jeon Han)
Frau Choi (Foto: Jeon Han)

Der Umgang mit nichtkoreanischen Besuchern, die verschiedene Sprachen sprechen, bereitet Choi keine Probleme. „Ich hatte einmal Gäste aus Singapur und Festland-China und habe sie nicht verstanden. Aber es hat mir wirklich geholfen, dass ich auf meinem Smartphone eine Übersetzungs-App verwendet habe. Indem ich nur einzelne Worte gesprochen habe und diese App verwendet habe, ist es mir gelungen, mit ihnen zu kommunizieren. Wenn ich keine langen, vollständigen Sätze verwende, können wir einander verstehen und die Verbundenheit zueinander spüren.“

Tradition, Sauberkeit, Gastfreundschaft und ein warmes Frühstück mit „mütterlicher Aufrichtigkeit“: Alle diese Aspekte eines Hanoks sind die Gründe, warum Reisende immer wieder zurückkommen.

※ Adresse des Tteulanchae-Hanok: 33-37 Gahoe-dong, Jongno-gu, Seoul

Anfahrt: Nehmen Sie Ausgang Nr. 2 der U-Bahn-Station Anguk. Laufen Sie etwa 450 Meter zum Fußgängerüberweg einer Dreiwegekreuzung vor der Jaedong-Grundschule. Nach dem Überqueren der Straße biegen Sie an der Gahoe Gallery links ab und laufen Sie etwa 155 Meter.

Kontakt: Tel. 02-743-0886
E-Mail: chajin81@gmail.com

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