Erwachen an den sieben Palästen

Ritualteilnehmer führen am 27. Oktober das Chilgungje durch, um die sieben Konkubinen zu ehren, die zukünftige Joseon-Könige zur Welt brachten (Foto: Jeon Han).
Ritualteilnehmer führen am 27. Oktober das Chilgungje durch, um die sieben Konkubinen zu ehren, die zukünftige Joseon-Könige zur Welt brachten (Foto: Jeon Han).

Als ihr Körper und Geist bereit waren, betraten die Organisatoren des Rituals früh am Morgen den Schreinkomplex und zogen ihre formellen, traditionellen Gewänder an. Der Schrein füllte sich mit Menschen, die einander bei ihrer Ankunft begrüßten. Dies ist eine Szene aus den Zeremonien, die am vierten Montag im Oktober jeden Jahres am Chilgung-Schreinkomplex in Goongjeong-dong, Jongno-gu (Bezirk), in Seoul stattfinden.

Der Chilgung ist eine Sammlung von sieben Schreinen, die sich hinter dem Palast Gyeongbokgung und unterhalb von Cheong Wa Dae, der Residenz und dem Sitz der Präsidentin, befinden. Jeder Schrein ist einer der sieben Konkubinen aus Joseon-Zeiten (1392-1910) gewidmet, die einen zukünftigen König zur Welt brachten, und bewahrt ihre Ahnentafeln auf. Der Name des Schreinkomplexes Chilgung bedeutet „sieben Paläste“. Er beherbergt die Schreine Jeohyeonggung, Daebingung, Yeuksanggung, Yeonhogung, Gyeongwoogung und Deokangung.

Am vierten Montag im Oktober jeden Jahres wird ein zeremonieller Ritus, der Chilgungje, im Gedenken an die sieben königlichen Konkubinen, die zukünftige Könige zur Welt brachten, durchgeführt. Ähnlich wie das viel größere Jongmyodaeje, das jedes Jahr im Mai am Jongmyo-Schrein stattfindet, bietet dieser Ritus im Oktober die Gelegenheit, königliche Joseon-Schreine und -Rituale zu erleben, die den Respekt der Koreaner für ihre Vorfahren zum Ausdruck bringen.

Durchführung des Rituals am 27. Oktober (Foto: Jeon Han)
Durchführung des Rituals am 27. Oktober (Foto: Jeon Han)

Auf dem Gelände des Schreins Chilgung, der sich in unmittelbarer Nähe des Cheong Wa Dae befindet, lag zunächst lediglich der Yeuksanggung, ein Schrein im Gedenken an Sookbin Choi (1670-1718), die Mutter von König Yeongjo (regierte 1724-1776). Bei seiner Thronbesteigung errichtete Yeongjo den Schrein, der ursprünglich den Namen Sookbinmyo trug, um an seine Mutter zu erinnern. Zwanzig Jahre später, im März 1744, wurde er in Yeuksangmyo umbenannt, was so viel bedeutet wie „Glück fördern“. Neun Jahre später, im Juni 1753, erhielt er den Namen Yeuksanggung.

Während der Herrschaft von König Gojong (regierte 1863-1907) und König Sunjong (regierte 1907-1910) wurden die Konkubinenschreine, die über ganz Seoul verstreut waren, auf das Gelände des Chilgung verlegt. Der Sohn des letzten Joseon-Königs, Sunjong, war der Youngchinwang (1897-1970), der niemals den Thron bestieg. Als der Schrein von Youngchinwangs Mutter Sunheongwibi Eeom, der Schrein Deokangung, an den Ort gebracht wurde, erhielt der Schreinkomplex den Namen Chilgung. Fünf Schreineinheiten und die Gebäude Naengcheonjeong, Jaesil und Jeonsacheong sind die einzigen Gebäude, die heute vom Chilgung übriggeblieben sind.

Das Chilgungje am 27. Oktober (Foto: Jeon Han)
Das Chilgungje am 27. Oktober (Foto: Jeon Han)

Die Teilnahme an den zeremoniellen Riten am Chilgung-Schrein wird über das Tourprogramm des Cheong Wa Dae angeboten. Interessierte können eine Reservierung über Cheong Wa Daes englischsprachige Website (http://english1.president.go.kr/tours/tours.php) vornehmen.

Zurück