Gangjin, Heimatstadt des Seladon: eine Entdeckungsreise mit Korail

Im Südwesten von Jeollanam-do (Provinz Süd-Jeolla) liegt der Landkreis Gangjin-gun. Aufgrund der Gangjinman-Bucht hat der Landkreis das Flair einer Küstenstadt. Im Norden grenzt er an den Landkreis Yeongam-gun mit dem Berg Wolchulsan, der dank seiner bizarr geformten Felsen und Steine für eine wunderbare Silhouette sorgt. Im Süden finden sich zum Großteil fruchtbare Ebenen, die vom Fluss Tamjingang geprägt sind, der aus dem Landkreis Jangheung-gun im Osten in den Landkreis fließt.

Gangjin entstand im 15. Jahrhundert, indem die beiden Bezirke Dogang-hyeon, Teil des heutigen Landkreises Yeongam, und Tamjin-hyeon, Teil des Landkreises Jangheung, miteinander verbunden wurden. Der Name Gangjin wird wörtlich als „komfortabler Fährhafen“ übersetzt. Der Landkreis erstreckt sich über eine Fläche von 500,96 qkm und hatte 2014 eine Einwohnerzahl von 40.079 Personen.

In der Mitte des Landkreises befindet sich die Gangjinman-Bucht. Auf dem renaturierten Farmland entlang der Küstenlinie hat sich die Landwirtschaft entwickelt. Dank des Stroms Gangjincheon und des Flusses Tamjingang ist die Region auch mit Zuchtstationen für Babymuscheln, essbare Herzmuscheln, Meergrundeln und Aale übersät.

Gangjin hat in der Vergangenheit sehr von seinen geografischen Merkmalen profitiert. Der Wasserweg eröffnete die Gelegenheit, ab der frühen Zeit der Drei Königreiche mit Händlern in angrenzenden Regionen wie dem Königreich Silla, China, Japan und sogar Arabien Handel zu treiben. Die Menschen tauschten über diese Handelsroute Ideen, Informationen über Künste und Philosophie und mehr aus. Unter den vielen Gegenständen, mit denen gehandelt wurde, war das Goryeo-Seladon, das in der Region produziert wurde. Der Landkreis verfügt über günstige Bedingungen für die Produktion und den Vertrieb von Keramik und Töpferwaren. Zunächst einmal besitzt er ausreichend Ressourcen in der Erde wie Kaolin (Porzellanerde) und Kieselerde, welche die Schlüsselkomponenten für das Brennen von Keramiken sind. Es war leicht, Brennholz aus den Bergen im Norden zu sammeln und die kunsthandwerklichen Gegenstände über Wasserwege in den Süden zu transportieren.

Das Seladon, das in der späten Goryeo-Zeit insbesondere mit Intarsienmustern hergestellt wurde, entwickelte sich zum repräsentativen Kunstgegenstand der Goryeo-Dynastie. Zum Auskratzen von Mustern auf den Tongefäßen benötigte man eine besondere Technik: Die freigekratzten Stellen wurden mit Kaolin und weißem Ton gefüllt. Anschließen wurde die Töpferware gebrannt und zum Schluss mit einem Lack versehen. Die Keramikkünstler in der Region waren für ihre herausragenden Techniken bekannt, mit denen sie klare Muster schufen, die wie gemalt aussahen. Im Landkreis gibt es etwa 180 Brennöfen, was fast die Hälfte der Brennöfen ausmacht, die es landesweit gibt. Das Gangjin-Seladonmuseum in Sadang-ri stellt verschiedene Arten von Seladon aus, die aus dem 9. bis zum 14. Jahrhundert stammen.

Gangjin blieb auch zu Joseon-Zeiten ein Zentrum für kommerzielle Aktivitäten. Mit dem Bau der Festung Jeolla-Byeongyeongseong im 15. Jahrhundert, ein militärischer Stützpunkt, der die Regionen Jeolla und Jeju kontrollierte, stieg der Bedarf an Gütern. So nahm auch auf natürliche Weise die Zahl der Kaufleute im Landkreis zu, die für eine Belebung der heimischen Märkte sorgten. Es gibt ein Sprichwort unter den Einheimischen: „Kaesong-Kaufleute im Norden und Byeongyeong-Kaufleute im Süden.“ Es soll darauf hinweisen, dass die lokalen Händler ein ausgeprägtes Vermarktungsgeschick hatten, sodass sie es verdienten, den südlichen Teil der koreanischen Halbinsel zu repräsentieren.

Um den Glanz vergangener Tage wieder zum Leben zu erwecken, plant Korail am 30. Mai die Einführung eines besonderen „Marktzugs”. Touristen erhalten die Gelegenheit, die traditionellen Märkte im Freien zu erkunden und an einer Vielzahl von touristischen Programmen teilzunehmen (Details finden Sie auf der Website von Korail: http://ww.letskorail.com).

Fotos: Jeon Han, Yonhap News

Gangjin hat auch eine Reihe von historischen und kulturellen Reiseattraktionen zu bieten. Einer der berühmtesten Orte ist der Dasan-Chodang, an dem der Joseon-Gelehrte Jeong Yak-yong während seines Exils lebte. Jeong, auch unter seinem Gelehrtennamen „Dasan“ bekannt, ist eine berühmte Persönlichkeit in Korea, die für ihr Engagement für die Weiterentwicklung des „praktischen Lernens“ bekannt ist. Die Region verfügt über viele weitere Touristenattraktionen wie den Tempel Baekryunsa, der im Frühling mit einem Teppich roter Kamelien übersät ist, das Haus des Dichters Yeongnang Kim Yun-sik, der für sein lyrisches Gedicht „Bis die Pfingstrosen blühen“ bekannt ist und den Tempel Muwisa an den Hängen des Berges Wolchulsan.

Kürzlich rückte die Insel Gaudo im zentralen Bereich der Gangjinman-Bucht ebenfalls ins Rampenlicht. Unter den acht kleinen Inseln entlang der 80 km langen Bucht ist die Insel Gaudo die einzige bewohnte. Früher wurde sie als ein etwas mysteriöser Ort betrachtet, den nur wenige Menschen besuchten.

Heute ist der 2,4 km lange Wanderweg, der um die Insel herumführt, sehr beliebt bei Touristen; er wurde als eine der populärsten Destinationen auf den mehr als 2000 Inseln in den südlichen Provinzen ausgewählt. Seit einiger Zeit gibt es Pläne, eine Sternwarte in Form eines Seladongefäßes in der Mitte der Brücke sowie eine Seilrutsche in einer Höhe von etwa 800 m zu errichten.

Anfahrt zum Landkreis Gangjin

Nehmen Sie den KTX-Zug an der Station Yongsan in Seoul und fahren Sie bis zur Station Yongsan, dem Bahnhof, der Gangjin am nächsten ist. Oder nehmen Sie den Intercity-Bus, der bis zum Intercity-Busterminal Gangjin fährt.

 

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