Gelehrte betonen Bedeutung von qualitativem Wachstum der Koreastudien

Die „Korean Studies Assembly 2015” in Seoul

Experten für Koreastudien aus aller Welt haben sich in Seoul versammelt, um am 24. Juli an der „Korean Studies Assembly 2015” teilzunehmen.

Bei der Versammlung haben rund 300 Forscher und Gelehrte für Koreastudien einschließlich 36 Referenten aus 15 Ländern ihre Forschungsergebnisse sowie die zukünftige Richtung der Koreastudien weltweit vorgestellt.

UCLA-Professor John Duncan

John Duncan, Professor für koreanische Geschichte und Direktor des Center for Korean Studies an der University of California Los Angeles (UCLA), sagte: „Zwischen den 1990er und 2000er Jahren sind die Koreastudien in den USA und in Kanada gewachsen. In jüngster Zeit steigt die Popularität der Koreastudien auch in Lateinamerika.“ Der UCLA-Professor sagte, dass die wirtschaftliche Entwicklung, die Demokratie und die koreanische Popkultur alle einen Beitrag dazu geleistet hätten, dass die Koreastudien weltweit einen immer größeren Zuspruch finden.

 

„Trotz der bemerkenswerten quantitativen Expansion in den vergangenen zehn Jahren ist das qualitative Wachstum auch sehr wichtig. Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Professoren in den USA oder in Lateinamerika die koreanische Sprache nicht sehr gut beherrschen. Viele von ihnen forschen und unterrichten in erster Linie mit englischsprachigen Materialien“, sagte der Professor.

„Forscher für chinesische und japanische Geschichte sollten auch ein Interesse an koreanischer Geschichte zeigen”, fügte er hinzu.

Niu Lin Jie, Professor und Dekan an der School of Korean Studies der Shandong University, vertrat ebenfalls die Ansicht, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen Seoul und Peking sowie die Popularität koreanischer TV-Serien und Popmusik in China einen bemerkenswerten Einfluss auf das Wachstum der Koreastudien im Land gehabt hätten.


„1992, als Seoul und Peking ihre modernen diplomatischen Beziehungen aufnahmen, besaßen nur sechs Universitäten in China eine Abteilung für die koreanische Sprache. Statistiken von 2014 zeigten allerdings, dass die Zahl der vierjährigen Universitäten mit Abteilungen für die koreanische Sprache auf 116 Institutionen gestiegen war, während es 152 dreijährige Colleges mit einer solchen Abteilung gab, und mehr als 20.000 Studierende, die sich für koreanische Sprachkurse eingeschrieben hatten“, sagte der Professor der Shandong University.

„Koreastudien in China legen ihren Hauptschwerpunkt auf die koreanische Sprache oder die koreanische Literatur. Da viele Universitäten vor einiger Zeit Abteilungen für Koreastudien eröffnet haben, konzentrieren sich viele von ihnen auf die Sprache oder die vergleichende Forschung zwischen koreanischer und chinesischer Literatur“, sagte Professor Niu und wies darauf hin, dass im relativ weniger weit entwickelten China Forschungen über koreanische Politik, Wirtschaft, Geschichte, Philosophie und Kunst durchgeführt würden.

Darüber hinaus drängte er darauf, dass wissenschaftliche Austauschprogramme, die sich auf die koreanische Sprachausbildung konzentrieren, auch auf andere Bereiche der Koreastudien ausgedehnt werden müssten. Zu diesem Zweck betonte er, dass es mehr Möglichkeiten geben müsse, um den akademischen Austausch mit dem Schwerpunkt koreanische Sprachlehre zu erweitern und die Koreastudien allgemein einzuschließen.

Kimiya Tadashi, Professor und Direktor des Center for Korean Studies an der University of Tokyo

Bei dem Treffen wurde auch über die Auswirkungen der koreanisch-japanischen Beziehungen auf die Koreastudien gesprochen. Kimaya Tadashi, Professor und Direktor des Center for Korean Studies an der University of Tokyo, sagte: „Da sich die koreanisch-japanischen Beziehungen in einer Übergangsphase befinden, ist Koreas Blick auf Korea sehr wandelbar und instabil.“

 

„In einer derartigen Situation sollten jedoch adäquat durchgeführte Forschungen über Koreastudien eindeutiger von der japanischen Gesellschaft akzeptiert werden, um ein präziseres Verständnis von Korea zu fördern”, sagte Professor Kimiya.

In Bezug darauf fügte er hinzu: „Man kann sagen, dass japanische Gelehrte vor allem den Austausch zwischen Korea und Japan pflegen, aber wir müssen den Umfang unseres Austausches ausbauen und China einschließen.“

Professor Kimiya schlug darüber hinaus vor, eine intellektuelle Gemeinschaft bestehend aus Korea, China und Japan in Nordostasien zu bilden. Er unterbreitete den Vorschlag, dass die Forscher in den drei Ländern nach Wegen suchen, um die Qualität der Koreastudien auszubauen.

Der Präsident der Korea Foundation Yu Hyun-seok bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass „die ,Korean Studies Assembly 2015‘ sich zu einem wichtigen Wendepunkt für die zukünftige Richtung der Koreastudien entwickeln wird.“

Teilnehmer/innen an der „Korean Studies Assembly 2015“ posieren für ein Gruppenfoto.

Fotos: Yoon Sojung, Korea Foundation

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