Joseon-Abenteuer im 15. Jahrhundert

Das „Pyohaerok” von Choe Bu (Fotos: Jeju National Museum)
Das „Pyohaerok” von Choe Bu (Fotos: Jeju National Museum)

Das „Pyohaerok” ist ein von Choe Bu (1454-1504) verfasstes Reisetagebuch über seine Zeit im Ming-China des Jahres 1488. Nachdem Choe vor der chinesischen Küste Schiffbruch erlitt, hielt er sich 148 Tage in China auf, bevor er nach Joseon zurückkehrte.

„Als der ehemalige Bildungsbeamte Choe Bu (1454-1504) aus Peking zurückkehrte, erteilte der König ihm den Befehl, einen Bericht über seine Reisen zu schreiben.“

So steht es in den „Annalen der Joseon-Dynastie“, die von 1413 bis 1865 geführt wurden. Die Erwähnung befindet sich in dem Abschnitt der Annalen für König Seongjeong (reg. 1469-1494), veröffentlicht am 14. Juni 1488.

Als Choe Bu Regierungsbeamter auf der Insel Jeju war, erhielt er die Nachricht vom Tod seines Vaters. Er bestieg ein Boot, um so schnell wie möglich nach Hause zu eilen, zusammen mit 42 Untergebenen. Auf dem Weg in seine Heimatstadt Naju kamen starke Wellen und Winde auf; das Boot wurde abgetrieben und verlor seinen Kurs. Die Insassen entgingen nur knapp dem Tod und konnten sich an einen chinesischen Hafen in der Provinz Zhejiang retten. Als sie an Land gingen, hielt man sie für japanische Piraten. Nachdem schließlich Choe Bu seine Identität als Regierungsbeamter des Joseon-Reiches unter Beweis stellen konnte, durfte er über Hangzhou und Peking nach Hause zurückkehren. 148 Tage nach seinem Aufbruch von der Insel Jeju traf er in Joseon ein.

Der „Große Kanal“ wurde auf der Grundlage von Choes Erzählungen über Ming-China aus dem 15. Jahrhundert von einem modernen Maler angefertigt.

König Seongjong gab ihm den Auftrag, ein Buch darüber zu schreiben, was er in der Ming-Dynastie (1368-1644) sah, hörte und erlebte. Choe verfasste sein Reisetagebuch in klassischem Chinesisch. Später erhielt es den Titel „Ein Bericht über das Treiben auf dem südlichen Brokatmeer“, auf Koreanisch „Geumnam Pyohaerok“ (,금남표해록‘).

König Seongjong traf ihn schließlich im Jahr 1492, als die dreijährige Trauerzeit für Choes Vater endete. Der König befragte ihn im Detail über Ming-China. Choe beschrieb, wie hilflos und verzweifelt er während des damaligen Sturms war. Auch lieferte er Details über die Ming-Bevölkerung und ihren Lebensstil.

„Frauen an den südlichen Flussbänken tragen lose schwarze Oberbekleidung und Hosen. Die Haaraccessoires der Frauen im Süden sind lang und rund, während die im Norden runde und scharfe Haaraccessoires tragen“, berichtete Choe dem König.

Das Gemälde „Gyeong-Hang-Do-Ri-Do“ zeigt die Landschaft von Hangzhou bis Peking. Es wird in einem Museum der Provinz Zhejiang verwahrt.

Choes königliches Tagebuch wurde anschließend offiziell herausgebracht.

Spuren seines Lebens lassen sich ab dem 21. Juli in einer Sonderausstellung über ihn im Jeju National Museum besichtigen. Aus Anlass des „Reisejahrs Korea-China“, das von 2015 bis 2016 läuft, hat sich das Museum in Jeju mit dem Provinzmuseum in Zhejiang zusammengeschlossen, um die Ausstellung zu zeigen.

Sie trägt rund 150 Exponate aus dem Joseon-Reich zusammen, neben 101 Relikten aus der Ming-Zeit, um den Besuchern einen Einblick in den Lebensstil der damaligen Zeit sowie die Beziehungen zwischen dem Joseon- und Ming-Reich im 15. Jahrhundert zu geben. Erstmalig werden auch zwei mit Holzdruck produzierte Ausgaben von Choes Erzählungen öffentlich gezeigt. Die eine wird an der Korea University aufbewahrt und die andere an der Oriental Library in Japan. Es werden auch offizielle Roben, Landschaftsmalereien, Schreibpulte, Tuschreibesteine und andere Accessoires aus Ming-China präsentiert.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website des Jeju National Museum (http://jeju.museum.go.kr).

Zurück