Korea veröffentlicht Buch über Immaterielle Kulturgüter von Bhutan

Die Publikation „Immaterielles Kulturerbe von Bhutan” (Foto: ICHCAP)

Ein Buch über die Immateriellen Kulturgüter Bhutans wurde nun von der koreanischen Cultural Heritage Administration (CHA) und dem International Information and Networking Centre for Intangible Cultural Heritage in the Asia-Pacific Region (ICHCAP) unter der Schirmherrschaft der UNESCO herausgegeben.

Bhutan, das im östlichen Himalaya-Gebirge liegt, verfügt traditionell über eine Vielzahl von Stämmen, die hoch in den Bergen entlang der Schluchten leben. Im Laufe der Zeit entwickelte jeder Stamm seine eigene Gemeinschaft und seine eigenen Traditionen. Aufgrund der geografischen Faktoren in der gebirgigen Region hatte die Nation wenig Kontakt zur Außenwelt. Deshalb hat der Großteil der historischen und traditionellen Güter über die Jahrhunderte seine ursprüngliche Form bewahrt.

Die CHA und das ICHCAP beteiligten sich gemeinsam an Bemühungen, Bhutans einheimische Kulturgüter, insbesondere die immateriellen Kulturgüter, zu bewahren und zu erhalten. Unter anderem veröffentlichten sie gemeinsam das Buch „Immaterielles Kulturerbe von Bhutan“. Eine Reihe Forschungsprojekte über mehr als 300 immaterielle Kulturgüter wurde in 16 verschiedenen Regionen des Landes durchgeführt; die Forschungsergebnisse flossen in die Publikation ein.

Im Vorwort wird ein Überblick über das immaterielle Kulturerbe der Nation gegeben sowie über historische Vorkommnisse und den gegenwärtigen Zustand der Schätze. Der Band hat fünf Kapitel.

Im ersten Kapitel werden die mündlichen Traditionen Bhutans präsentiert, insbesondere Traditionen, die seine Sprachen und Dialekte betreffen, sowie Sprichwörter, Volkserzählungen, Legenden und Mythen. Kapitel zwei enthält Details über die darstellenden und traditionellen Künste Bhutans. Insbesondere werden Arten des rituellen Maskentanzes wie der Tsun Cham vorgestellt, der exklusiv von Mönchen aufgeführt wird, und der Boe Cham, der nur von Laien getanzt wird. Beide Tänze sind vom Buddhismus inspiriert. Dieses Kapitel deckt auch Volkstänze, höfische Tänze, auf Volksmusik basierende moderne Lieder und Informationen über traditionelle Musikinstrumente ab.

Im dritten Kapitel werden traditionelle Bräuche, Rituale, Zeremonien und Festivals beschrieben, die die Essenz der bhutanesischen Traditionen verkörpern. Das vierte Kapitel gibt einen Einblick in Volkstraditionen und –technologien, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden und traditionelle medizinische Praktiken, lokale Heilpraktiken, volkstümliche Methoden der Meteorologie, Astrologie, astronomische Kenntnisse, Volks- und Aberglauben einschließen. Es werden darin auch traditionelle Häuser, Gerichte und Getränke vorgestellt.

Das letzte Kapitel stellt traditionelles bhutanesisches Kunsthandwerk vor. Kunsthandwerksmeister, die sich in 13 Kunstbereichen spezialisiert haben, geben einen Einblick in ihre Expertise beispielsweise bei der Lederherstellung, bei der traditionellen Schuhherstellung, bei der Keramik und der Kalligrafie, um nur einige wenige zu nennen.

Der Direktor des CHA-Büros für die Förderung des Kulturerbes, Kim Dae-hyun (links), und ICHCAP-Generaldirektor Huh Kwon (Zweiter von links) überreichen während einer Veranstaltung in Bhutan am 29. Juli Vertretern des bhutanesischen Ministeriums für Inneres und Kultur Kopien von „Immaterielles Kulturerbe von Bhutan”.

Das Buch wurde ins Bhutanesische und Englische übersetzt.

„Diese Publikation wird die Menschen und Gemeinschaften von Bhutan darin unterstützen, ihre Identität zu finden und sie in der Welt zu verbreiten”, sagte ein Beamter des CHA. „Dies ist ein Meilenstein, indem die beiden Länder bei der Kooperation zur Bewahrung von Gütern des immateriellen Kulturerbes Respekt und Vertrauen teilen.”

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