Koreanische Hausmannskost inspiriert junge Chefköche

Dennis Lee, Chefkoch des Restaurants Namu Gaji in San Francisco
Seit vielen Jahren ist die koreanische Küche nun mittlerweile Teil des Mainstreams nordamerikanischer Koch-Trends. Nun ergänzt eine neue Welle koreanisch-amerikanischer Köche der zweiten Generation die Hausmannskost ihrer Kindheit durch eine moderne Art zu kochen.
 
Hausmannskost weckt Erinnerungen an das Essen, das die Mutter oder die Großmutter in Kindertagen zubereitet hat. Es ist oftmals diese sehr persönliche Erfahrung, die den Kern der Essensphilosophie von Chefköchen definiert. Eine kürzlich ausgestrahlte Dokumentation des Fernsehsenders Korean Broadcasting System (KBS) mit dem Titel „Die Wiedergeburt der koreanischen Hausmannskost in Amerika“ zeigt Interviews mit koreanisch-amerikanischen Küchenchefs in verschiedenen Städten. Der Sender wollte herauszufinden, inwiefern sie durch die häusliche Küche inspiriert wurden, um dann die Geschmacksnerven der US-amerikanischen Öffentlichkeit anzusprechen.
 
Die Dokumentation stellt das Restaurant Namu Gaji in San Francisco vor, das von den drei Brüdern Dennis, Daniel und David Lee betrieben wird. Sie beschreiben die mütterlichen Kochkünste als zentrale Inspiration für die Zubereitung der Gerichte, die in ihrem Restaurant angeboten werden. Im Vorfeld der Eröffnung des Restaurants sind Chefkoch Dennis Lee und seine Mutter zu ihren Verwandten nach Sunchang, Provinz Jeollabuk-do, gereist, um seinen Gaumen für die verschiedenen Arten von traditionellen, zu Hause zubereiteten Gerichten zu sensibilisieren. Für Chefkoch Lee dient diese umfassende kulinarische Erfahrung als Grundlage für seine eigene Zubereitungsart.
Ester Choi, Chefin des Restaurants Mokbar in New York (Foto von Mokbar Instagram)

Ester Choi, Chefin des Restaurants Mokbar in New York, wurde von Food Republic interviewt und auf ihre scharfe Zubereitung von Ramen-Nudeln nach koreanischer Art angesprochen. Dazu wird Hühnerbrühe verwendet. Die Zubereitung ist angelehnt an die Zubereitung von Samgyetang, eine Ginseng-Hühnersuppe, wie sie ihre Großmutter gekocht hat.

In New York sorgt Chefin Ester Choi mit ihrer Art der scharfen Ramen-Zubereitung nach koreanischer Art und nach dem Vorbild ihrer Großmutter für Aufregung.

Chefköchin Choi erklärt, dass ihre Speisephilosophie auf ihre Großmutter zurückgeht, die ihr beigebracht habe, dass die Liebe zur Sache die wichtigste Zutat sei. Derzeit bietet sie in ihrem Restaurant acht verschiedene Arten von Kimchi an und verwendet die Rezepte ihrer Großmutter. Sie sagt, sie sei sehr motiviert, ihren Gästen eine große Vielfalt an koreanischer Hausmannskost anzubieten. Sie habe den Wunsch, „die koreanische Küche in eine Art von Essen zu verwandeln, das Menschen weltweit und täglich ersehnen.“
Die Dokumentarfilmer haben auch die Hauptgeschäftsstellen von Cupbop besucht, ein Restaurant, dessen Name auf das koreanische Spiel „rice in a cup“ zurückgeht. Dieser Geschäftszweig ist in Salt Lake City, Utah, expandiert und wurde vor zwei Jahren von drei koreanischen Collegeabsolventen ins Leben gerufen, nachdem sie erkannt hatten, dass das Konzept von Reisschalen to go in Korea zunehmend beliebter wurde. Das Geschäft hat in einem Imbisswagen begonnen und sich mittlerweile zu einem Catering-Business für große Unternehmen entwickelt. Heute beliefert Cupbop als Caterer zwischen 500 und 600 Kunden bei großen Firmenevents. Cupbop ist auch zu einem beliebten Snack bei Basketball-Spielen in Utah geworden. Kürzlich haben die Gründer eine Gruppe namens Bop Sim gegründet, die Interessierten die koreanische Küche und koreanische Traditionen präsentiert.
 
Schließlich war da noch Matthew Rodbard, Autor des Kochbuchs „Korea Town“, der über die größer werdende Welle junger koreanisch-amerikanischer Chefköche und Restaurantbesitzer sprach. Er sagte: „Die zweite Generation koreanischer Amerikaner wertet die koreanische Küche auf, indem sie ihre Erfahrungen als Heranwachsende in koreanischen Haushalten einbringen. Mit Leidenschaft bereiten sie traditionelle Speisen zu und erhöhen den Standard der koreanischen Küche im ganzen Land.“
Cupbop, das vor zwei Jahren als Imbisswagen in Salt Lake City begann, hat sich seitdem zu einem Caterer entwickelt, der überall in Utah zu finden ist (Foto von Cupbop Facebook).

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