Koreanische Hoffnungen auf eine Wiedervereinigung kommen in Berlin zum Ausdruck

Offizielle Zeremonie am Tongiljeong (Fotos: Koreanisches Kulturzentrum)

Der Pavillon Tongjiljeong, ein traditioneller koreanischer Pavillon aus Stein- und Holzelementen, heißt seine Gäste auf dem Potsdamer Platz in Berlin bei seiner Einweihungszeremonie am 25. November willkommen. Der Pavillon soll dazu dienen, die Hoffnungen der koreanischen Bevölkerung und der gesamten Welt sichtbar zu machen, dass auch in Korea eines Tages die Wiedervereinigung erreicht wird, wie dies in Deutschland bereits geschehen ist.

Das Jahr 2015 markiert den 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung und auch den 70. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs.

In diesem Jahr, auf das diese beiden bedeutenden Jahrestage fallen, wurde auf dem Potsdamer Platz im Herzen Berlins, ein öffentlicher Platz, der für den Kalten Krieg und die Wiedervereinigung Ost- und Westdeutschlands steht, am 25. November der Bau eines traditionellen koreanischen Pavillons zum krönenden Abschluss gebracht.

Der „Pavillon der Einheit” oder Tongiljeong begrüßt die Berliner nun an diesem zentralen Ort und ermöglicht ihnen einen weiträumigen Blick in alle Richtungen. Alle Materialien wurden aus Korea eingeflogen – von den Säulen aus Stein bis zum Corpus aus Pinienholz. Das Innere des Pavillons erlaubt es Besuchern, sich auf dem Boden sitzend zu unterhalten und eine Kleinigkeit zu essen.

Bei der Einweihungszeremonie am 25. November

Der Pavillon wurde in der Hoffnung errichtet, dass sich die Welt zusammenschließen wird, damit die beiden Koreas die Wiedervereinigung erreichen können, so wie dies in Deutschland vor über 25 Jahren geschah. Korea ist seit mehr als 70 Jahren geteilt.

An einer Zeremonie aus Anlass der Einweihung des Pavillons nahmen rund 200 Personen teil, darunter der Bundestagsabgeordnete Herr Hartmut Koschyk MdB, Vertreter des Koreanischen Kulturzentrums in Berlin sowie Bürger Koreas und Deutschlands.

Der Pavillon hat einen Durchmesser von 3 Metern und eine Höhe von 8 Metern. Er ist dem sechseckigen Pavillon Sangryangjeong nachempfunden, der in den Anlagen des Palastes Changdeokgung steht, einem der koreanischen Königspaläste aus dem Joseon-Reich (1392-1910).

Das Koreanische Kulturzentrum in Deutschland plante die Errichtung des Pavillons seit September 2012 und erhielt im September 2014 die Zustimmung von der Stadt Berlin. Die Hwacheon Hanok School im Landkreis Hwacheon-gun, Provinz Gangwon-do, nahm sich des Projektes im Juni dieses Jahres an: Sechs Experten der Schule flogen im Oktober nach Berlin, um mit dem Bau des Fundaments und der Säulen des Pavillons zu beginnen. Das Team übernahm auch die Handwerksarbeiten zur Verzierung der hölzernen Bauelemente und Wipfel nach traditionellen Methoden und den Bau des traditionellen Ziegeldaches, Giwa.

Der Tongiljeong bei Nacht

Laut dem Koreanischen Kulturzentrum in Deutschland, Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea, wird der steinerne Pavillon den Menschen in der Stadt Berlin ein besseres Verständnis von koreanischen Traditionen geben, da dort zahlreiche Veranstaltungen wie Kalligrafieunterricht sowie Verkostungen von koreanischem Essen und koreanischem Tee stattfinden sollen. Der Pavillon wird auch als Ort dienen, an dem Besucher aus erster Hand den Wunsch des Landes Korea und seiner Bevölkerung erfahren können, dass auch in Korea die Wiedervereinigung Realität werden möge.

Park Younggoog, der Direktor des Korean Culture and Information Service (KOCIS), sagte: „So wie am Ende die 43 km lange Berliner Mauer fiel, die die Stadt viele Jahre in zwei Hälften teilte, hoffen Menschen in aller Welt, dass der Stacheldraht, der die beiden Koreas über eine Strecke von 250 km auf der Halbinsel teilt, bald niedergerissen wird.”

Von Wi Tack-whan, Sohn JiAe
Redakteure, Korea.net
Fotos: Koreanisches Kulturzentrum in Berlin

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