Landesweite Kunstmessen im September  

„Untitled“ von Jeremy Deller ist auf die Fassade der Hauptausstellungshalle gemalt (Foto mit freundlicher Genehmigung der Gwangju Biennale).
„Untitled“ von Jeremy Deller ist auf die Fassade der Hauptausstellungshalle gemalt (Foto mit freundlicher Genehmigung der Gwangju Biennale).

Der September wird zu einem ereignisreichen Monat der Künste. Landesweit werden drei moderne Kunstmessen stattfinden. In Gwangju, Seoul und Busan werden über 10.000 Installationen und Arbeiten der Medienkunst präsentiert. Dadurch wird der September für Kunstliebhaber und Bewohner gleichermaßen zu einem der geschäftigsten Monate.

Das Hauptthema der am 5. September eröffneten 10. Gwangju Biennale lautet „Burning Down the House” (‚Das Haus niederbrennen’). Jessica Morgan, Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Tate Gallery of Modern Art (kurz: Tate Modern) in London, ist die künstlerische Leiterin der diesjährigen Biennale. Die Veranstaltung ist nach einem Lied von Talking Heads benannt, einer in New York ansässigen Punk-Bank aus den 1980ern. Das in dem Titel erwähnte Haus ist eine Bezugnahme auf den Status Quo oder auf alte Gewohnheiten.

„Korea hat im Zuge seines schnellen Wirtschaftswachstums viel verloren“, sagte Morgan. „Burning down the house ist ein Akt, etwas neu zu gestalten. Wenn die Substanz verbrannt wird, ändert sie sich vollständig.“

Bei der diesjährigen Biennale werden 200 Arbeiten von 103 Künstlerteams aus 38 Ländern ausgestellt, darunter Filmregisseure, Tänzer, Designer und Darsteller. Die Werke sind so provokant wie das Thema. Das Gemälde „Untiteld“ von Jeremy Deller auf der Fassade der Hauptausstellungshalle zeigt eine Krake, die aus einem brennenden Gebäude ausbricht. „Ozymandia Parade" von dem amerikanischen Paar Edward Kienholz und Nancy Reddin Kienholz verspottet politische Propaganda und Angst, die von Regierungen geschürt wird, verspottet den Status Quo. Ozymandias ist ein altgriechischer Name für den altägyptischen König Ramses II und symbolisiert absolute Macht.

„Ozymandia Parade" von Edward Kienholz und Nancy Reddin Kienholz
„Ozymandia Parade" von Edward Kienholz und Nancy Reddin Kienholz
(Foto mit freundlicher Genehmigung der Gwangju Biennale).

Urls Fischer, ein in der Schweiz geborener Künstler, hat mit seiner Arbeit „38E. 1st ST“ eine maßstabgetreue Rekonstruktion seines New Yorker Apartments geschaffen. Während die Besucher diese Arbeit betreten wie ein Apartment, sehen sie Arbeiten von sieben anderen Künstlern, einschließlich des Pop-Künstlers George Condo. „Props for Erendira" von Naufus Ramirez-Figueroa aus Guatemala ist inspiriert von der Fiktion des kolumbianischen Autors Gabriel Garcia Marquez. In dem Roman brennt eine Teenagerin versehentlich das Haus ihrer Großmutter nieder und wird Prostituiere, um das verlorene Vermögen zurückzuzahlen.

Die Gwangju Biennale findet bis zum 9. November u.a. in der Hauptausstellungshalle und im Gwangju Museum of Art statt. Der Eintritt kostet 14.000 KRW. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 062-608-4114 oder auf der Homepage (www.gwangjubiennale.org/eng/).

Im nördlichen Teil der Hauptstadt wurde am 1. September die achte Messe „Media City Seoul“ im Seoul Museum of Art (SeMA) eröffnet. Der Medienkünstler Park Chan-kyung ist künstlerischer Leiter der Ausstellung mit dem Titel „Ghost, spies and grandmothers“ (‚Geister, Spione und Großmütter‘). Der Geist steht für die verlorene Geschichte und die verlorenen Traditionen in Asien, Spione stehen für das Gedenken an den Kalten Krieg und die Großmütter repräsentieren Frauen, die in einer männerdominierten Gesellschaft überlebt haben.

Die Ausstellung im SeMA fokussiert auf die Erinnerung an den Kolonialismus in Asien. Der japanische Künstler Yuichiro Tamura hat einen Gerichtssaal aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts rekonstruiert. Das Gebäude, in dem heute das Seoul Museum of Art untergebracht ist, war einst ein Gerichtshof, der 1928 von der japanischen Kolonialregierung errichtet wurde.

„Wenn etwas geschieht, reagieren die Menschen mit Satire auf das Ereignis. Das ist ein Weg, das Leid zu verarbeiten, die Mühsal zu überwinden und weiterzugehen“, sagte Tamura. „Ich glaube, dass dies auf die Beziehung zwischen Korea und Japan übertragbar ist.“

In dem Werk „Mansudae Master Class" verwendet Che Onejoon Video- und anderes Material, um Propagandaplakate, Bücher, Souvenirs, Monumente und große Skulpturen zu zeigen, die vom nordkoreanischen Mansudae Art Studio für Regierungen in Afrika geschaffen wurden. Die Arbeit wurde im Koreanischen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig gezeigt, der als bester Pavillon dieses Jahres den Goldenen Löwen gewann. Die Arbeit „Sonic Sculptures" („Akustische Skulpturen“) von Yang Haegue besteht aus elektrischen Ventilatoren und metallischen Glocken, die an die Glocken von Exorzisten erinnern. Dieses Werk regt nicht nur den Sinn für das Sehen, sondern auch den Tast- und Hörsinn an.

Die „Media City Seoul“-Messe wird bis zum 23. November im Seoul Museum of Art zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter (02)2124-8988 oder auf der Homepage (http://mediacityseoul.kr/2014/en/).

Schließlich wird es noch eine weitere Kunstmesse geben, die zeitgleich am 20. September im Busan Museum of Art und im Busan Cultural Center eröffnet wird. Das Hauptthema der Biennale in Busan ist „Inhabiting the World" (‚Die Welt bewohnen‘). Die Hauptausstellung wird auf die Rolle der Kunst in einer Welt voller Unsicherheiten fokussieren. Darüber hinaus können Kunstinteressierte einige Sonderausstellungen besuchen. Es werden etwa 380 Arbeiten von 160 Teams oder Künstlern aus 30 Ländern zu sehen sein.

Auf die Frage nach den Parallelen zwischen den drei Schlüsselwörtern sagte Park: „Sie sind schwer auszumachen, überraschend scheinheilig, sehr attraktiv und tabuisiert zugleich.“ 

„Accumulation-Searching for Destination” von Chiharu Shiota (Foto mit freundlicher Genehmigung der Busan Biennale).
„Accumulation-Searching for Destination” von Chiharu Shiota
(Foto mit freundlicher Genehmigung der Busan Biennale).

In der Hauptausstellungshalle im Busan Meseum of Art werden u.a. Arbeiten der Künstlerinnen Kim Soo-ja und der Japanerin Chiharu Shiota sowie der Künstler Fabrice Hyber aus Frankreich und Anish Kapoor aus Indien ausgestellt. Mit der Arbeit „Accumulation-Searching for Destination" zeigt Shiota die Arten, in denen die Geschichte in den letzten Jahren mit Kriegen umgegangen ist. Mit seiner Arbeit „Untitled“ sucht Kapoor nach der Beziehung zwischen Menschen und dem Kosmos.

Darüber hinaus werden zwei Sonderausstellungen zu sehen sein. Das „Biennale Archive" fokussiert auf die Geschichte und die Trends der koreanischen zeitgenössischen Kunst. Die „Asian Curatorial Exhibition" wurde von vier jungen Kuratoren organisiert, die aus asiatischen Städten kommen, die am Meer gelegen sind.

Die Busan Biennale ist bis zum 22. November geöffnet. Der Eintritt beträgt 10.000 KRW. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 051-503-6111 oder auf der Homapage (www.busanbiennale.org/english/main/index.php).

 

 

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