Millets Gemälde über das bäuerliche Leben kommen nach Seoul

„The Sower" (‚Der Sämann‘)
„The Sower" (‚Der Sämann‘)

 

In Abweichung von der Fokussierung auf Mythologie und Christentum, den Hauptthemen westlicher Kunst nach der Renaissance, hat der französische Maler Jean-François Millet (1814-1875) Alltagsleben abgebildet, insbesondere das von Bauern. Millet, ein realistischer Maler des 19. Jahrhunderts, hat zu seiner Zeit die Moderne und insbesondere den Impressionismus eingeleitet.

Die Ausstellung „Millet, Barbizon & Fontainebleu" wird am 25. Januar im Seoul Olympic Museum of Art (SOMA) im Olympischen Park im Bezirk Songpa, südöstliches Seoul, eröffnet. Die Ausstellung wird einen Einblick in die Alltagswirklichkeit und das harte Arbeitsleben der französischen Bauern des 19. Jahrhunderts gewähren.

Das Museum of Fine Arts in Boston, das im Besitz der weltweit größten Sammlung von Millets Arbeiten ist, hat anlässlich des 200. Geburtsjahres von Millet vier Jahre intensiver Forschung und Planung in diese Ausstellung investiert.

Die bevorstehende Ausstellung wird insgesamt 64 Arbeiten zeigen, einschließlich Millets vier bedeutendster Gemälde: „The Sower" (‚Der Sämann‘), „Potato Planters" (‚Kartoffelpflanzer‘), „Harvesters Resting (Ruth and Boaz)" (‚Pause der Erntearbeiter (Ruth und Boaz‘) und „Young Shepherdess" (‚Junge Schäferin‘). Besucher können auch die Arbeiten anderer Maler aus der Schule von Barbizon sehen, die zusammen mit Millet im Fontainebleau gearbeitet haben, darunter Jean-Baptiste-Camille Corot und Théodore Rousseau. Darüber hinaus werden Gemälde von Künstlern gezeigt, die durch Millet beeinflusst waren wie Jules Dupré und Claude Monet.

„The Sower" (‚Der Sämann‘) symbolisiert die Bedeutsamkeit des Mannes, der auf dem Feld arbeitet. Dargestellt ist eine heroische Figur, die Würde ausstrahlt. Es ist eine Arbeit, die von der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts beeinflusst ist. Vincent van Gogh wurde von „The Sower" inspiriert und reproduzierte diese Arbeit in sechs Ölgemälden unter gleichem Namen und gleicher Komposition.

In dem Gemälde „Potato Planters" (‚Kartoffelpflanzer‘) haben viele Betrachter biblische Bezüge zu einer gläubigen französischen Familie gesehen.
In dem Gemälde „Potato Planters" (‚Kartoffelpflanzer‘) haben viele Betrachter biblische Bezüge zu einer gläubigen französischen Familie gesehen.

 

Millets Versuche, sich von der Tradition zu lösen und in seinen Bildern das wirkliche Leben zu beschreiben, war zu seiner Zeit etwas Außergewöhnliches. Millet wird im Kunstbereich als Pionier der Moderne betrachtet, weil er das Alltagsleben malte. Insbesondere brachte er die Wirkung von Licht in seinen Gemälden zum Ausdruck, was als Einleitung des Impressionismus gilt.

In Barbizon im Süden von Paris erlebte Millet die reine Natur und untersuchte das Leben der Bauern aus der Nähe. Millet hat wie Corot, Rousseau und Monet die Schule von Barbizon geprägt. Sie haben den Naturalismus vertreten und später zur Geburt der Landschaftsmalerei als unabhängiges Genre beigetragen.

Auf dem Bild „Young Shepherdess" (‚Junge Schäferin‘) spinnt eine junge Bäuerin ihre Wolle zu Garn während sie ihre Herde beaufsichtigt.

„Harvesters Resting (Ruth and Boaz)" (‚Pause der Erntearbeiter (Ruth und Boaz‘) zeigt eine heitere Stimmung unter den Bauern. Der doppelte Titel dieses Gemäldes bezieht sich auf Millets Vorstellung einer biblischen Szene aus dem Buch Ruth im Alten Testament.

Die Ausstellung ist in fünf Bereiche gegliedert und die Besucher können sich Millets Meisterwerken und den Trends der Schule von Barbizon widmen. Die Ausstellung läuft bis zum 10. Mai.

Das SOMA ist vom Ausgang Nr. 1 der Station Mongchon Toseon der Linie Nr. 8 zu erreichen. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 1588-2618 oder auf der Website der Ausstellung unter: www.milletseoul.com

 

Harvesters Resting (Ruth and Boaz)" (‚Pause der Erntearbeiter (Ruth und Boaz‘)  (Fotos mit freundlicher Genhmigung von © 2014 MFA, Boston)
Harvesters Resting (Ruth and Boaz)" (‚Pause der Erntearbeiter (Ruth und Boaz)'
(Fotos mit freundlicher Genhmigung von © 2014 MFA, Boston)

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