„Musik offenbart die Liebe zum Menschen“

 

Bis vor wenigen Jahren umfasste das Repertoire der klassischen Musik in Korea vornehmlich traditionelle europäische Musik. Korea konnte sich nicht lösen von dieser traditionellen Musikszene. Zudem war die Ansicht vorherrschend, dass traditionelle koreanische Musik und westliche Klassik grundsätzlich verschieden seien.

Im Januar dieses Jahres hat das KBS Symphony Orchestra erstmals „Rising Dragons" (‚Aufsteigende Drachen‘) aufgeführt – ein sinfonisches Gedicht, das Teil der Reihe „Songs of the Dragons Flying to Heaven" (‚Lieder der Drachen, die in den Himmel fliegen‘) ist.

„Songs of the Dragons Flying to Heaven" ist ein berühmtes lyrisches Gedicht, in dem die Bewunderung für die Gründung der Joseon-Dynastie 1392 zum Ausdruck gebracht wird. Das Lied wurde von Lim June-hee komponiert, Professorin für die Komposition von traditioneller koreanischer Musik an der Korea National University of Arts. Lims Welt der Kunst ist vielfältig und weit. Sie hat viele Lieder geschrieben: „Soul Mate" (‚Seelenfreund‘), eine Oper, die eine Liebesgeschichte erzählt, „Uboosasisa," eine traditionelle Gugak-Kantate, „Hangang River" (‚Der Fluss Hangang‘), eine andere Kantate, die auf einem sinfonischen Gedicht basiert, die „Hanbul“-Liederreihe, ein Gugak-Konzert, das auf dem Roman „Song of a Woman's Soul" (‚Lied einer weiblichen Seele‘) basiert, „Dancing Arirang“ (‚Tanzendes Arirang‘), ein Stück Orchestermusik, „Bari“, ein Theaterstück. „Dancing Sanjo“ (‚Tanzendes Sanjo‘), ein Kammermusikstück, „Yearning for You" (‚Dich ersehnen‘) und „Rainbow“ (‚Regenbogen‘), beides poetische Lieder, sowie „Duduri“, ein Elektromusikstück, dass moderne Musik mit traditioneller Samulnori-Perkussion kombiniert. Die Liste ist hiermit nicht zu Ende.

Es wurde oft gesagt, dass sie in der Lage ist, koreanische Musik zu kreieren, die auch auf der globalen Bühne beliebt ist.

„Soul Mate" hatte 2006 in Frankfurt Premiere. Es wurde als ideale Kombination von koreanischen und europäischen Elementen gelobt. 2007 wurde die Oper aufgeführt und von der Kritik in Japan gefeiert. 2008 wurde das Stück anlässlich der Olympischen Spiele in Peking und 2014 in Singapur aufgeführt. Eine ihrer außergewöhnlichen Arbeiten war die Gugak-Kantate „Uboosasisa", die 2011 den koreanischen Preis für Komposition gewonnen hat. Die Arbeit hat den Weg für traditionelle koreanische Musik in der weltweiten Musik-Szene geebnet und ein neues Genre ins Leben gerufen, das traditionelle koreanische Musik und westliche Musik miteinander kombiniert.

„Yearning for You" ist eine Zusammenstellung von Lims poetischen Liedern. Es umfasst 21 ihrer bekanntesten Lieder.

Auch in der Zeit, als sie ihrem Bachelor-Studium an der Yonsei University nachging und als sie vor einigen Jahren ihren Master an der Indiana University machte, widmete sie sich der westlichen zeitgenössischen Musik. Während ihrer Zeit in den USA war sie geschockt, als ihre Professoren und Kollegen sie baten, traditionelle koreanische Musik zu spielen. Sie realisierte, wie wenig die Koreaner selbst über ihre musikalische Vergangenheit wussten. Von dem Moment an hat sie begonnen, sich verstärkt mit traditioneller koreanischer Musik zu beschäftigen. Durch die Einsetzung traditioneller Methoden hat sie ihren eigenen Stil zu entwickeln versucht und durch traditionelle Lieder mit der Öffentlichkeit kommuniziert, die neu übersetzt und mit modernen Elementen versetzt waren.

 

Korea.net hat Frau Professor Lim zu ihren Liedern und Kompositionen befragt.

Am 2. Dezember 1981 berichtete die Zeitung Kyunghyang, dass die 23-jährige Studentin Lim June-hee bei einem Gesangswettbewerb an der Universität die Goldmedaille und den Großen Preis, ein Klavier, gewonnen hat. Sie haben den Preis der Ilsan-Jangno-Kirche in Gyeonggi-do (Provinz Gyeonggi) gespendet. Das war sehr großzügig von Ihnen. Was war der Hintergrund?

Ich habe an einem solchen Wettbewerb in dem Jahr zum ersten Mal teilgenommen. Ich habe den ersten Platz belegt und ein Klavier gewonnen, das ich ohne zu zögern der Kirche spendete. Ich habe gehört, dass viele Leute in der Kirche einen Nutzen davon hatten. Ehrlich gesagt bin ich meistens sehr großzügig. So bin ich eben einfach.

Sie hätten Sängerin werden können, da sie dem Gesang von Kindheit an zugetan waren. Stattdessen haben Sie sich für die Komposition entschieden. Es scheint so, als wurde diese Entscheidung durch ihre Mutter beeinflusst.

Niemand in meiner Familie hat Musik studiert. Stattdessen haben einige Angehörige Malerei, Zeichnen oder andere traditionelle Künste studiert. Es stimmt, dass meine Mutter mich stark beeinflusst und mir geholfen hat, auf diesem besonderen Gebiet professionell zu werden. Sie war die erste Frau, die ihren Abschluss in koreanischer Literatur an der Yonsei University gemacht hat. Sie hat immer gesagt, dass auch Frauen ihre eigene Philosophie haben sollten. Sie hat mich auf vielen Gebieten inspiriert. Dank ihr habe ich viel darüber nachgedacht, was ich später einmal werden wollte.

Mein Lied „Land of Morning Calm" (‚Land der Morgenstille‘) wurde zur Amtseinführung von Präsident Kim Dae-jung 1998 gespielt. Das Lied enthält viele Bedeutungen und Botschaften. Durch das Lied wollte ich die Menschen ermutigen, die Finanzkrise zu überwinden. Ich hoffte, dass Menschen mit großen Fähigkeiten ihre Kräfte bündelten, um die Welt zu erhellen. Die Texte des Liedes hat meine Mutter geschrieben. Sie hat mir viele großartige Gedichte und literarische Arbeiten gezeigt und damit ein patriotisches Gefühl vermittelt. Ich mochte die Gedichtsammlung von Lee Hye-in und die Arbeiten der Autorinnen und Autoren Kang Eun-gyo, Choi young-mi, Ko Un und Ki Hyung-do.

Aufführung von ‚Soul Mate‘ in Singapur im Oktober 2014

Sie waren Mitglied des Jungen- und Mädchen-Chors der Stadt Seoul (Seoul City Boys & Girls Choir). Mir Ihrem Gesang waren sie auch missionarisch tätig. Haben Sie in Ihrer Kindheit auch komponiert?

Als Kind war ich enorm aktiv und neugierig. Meine Freunde und ich haben gern gesungen, Gitarre gespielt und überall in Miniröcken getanzt. Im meinen zweiten Hochschuljahr, was in den USA der 11. Klasse entspricht, wurde ich als Missionarin ausgewählt, um die USA zu bereisen. Während dieses Jahres war ich vollkommen damit beschäftigt und habe mein Studium vernachlässigt.

Als ich auf der Mittelschule war, habe ich auch Gesang studiert, aber das war nur ein Hobby. Ich habe erst im letzten Hochschuljahr mit der Komposition begonnen. Professor Choi Hun-cha riet mit, mich in dem Fachbereich Komposition an der Yonsei University anzumelden. Ich denke, er hatte eine Vorstellung von meinen Fähigkeiten und von meinem Talent.

Die Erfahrungen und Ihre Karriere sind bedeutender Ausdruck Ihres Talentes. Viele Leute denken, dass Ihre Talente angeboren sind.

Viele Musiker haben sensible Ohren. Das ist auch bei mir so. Als ich in den USA studiert habe, wurde mir oftmals gesagt, dass ich sehr genau höre. Es ist wahr, dass man bessere Lieder komponieren kann, wenn man Melodien genau zu hören versteht. Ein großer Input ergibt einen großen Output.

Um eine Komposition zu beenden, sollte man Zeitgrenzen überwinden und körperliche Arbeit ertragen. Was war für Sie das Schwierigste?

Als weibliche Komponistin ist man mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Die meisten Kolleginnen wissen, was ich meine. Die Hälfte der Komponistinnen ist nicht verheiratet. Komposition erfordert viel Zeit, Energie und Mühe. Ich war dennoch verheiratet. Wenn ich zurückschaue, kann ich sagen, dass ich aufgrund eines Zeitmangels umso mehr in der Lage war, mich – im Vergleich zu anderen - auf meine Musik zu konzentrieren. Zudem hat mir diese Art zu denken geholfen, meine Zeit besser zu organisieren. Die Erfahrung, Kinder zu erziehen und sich um die Schwiegermutter zu kümmern, habe ich in meine Lieder einfließen lassen. Dadurch hatte ich die Sympathien vieler Zuhörer auf meiner Seite.

Ich glaube, dass Musik und Kunst eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Menschen bedeuten. Ich denke immer darüber nach, welche Art von Musik den Menschen gefällt. Die Künste können niemals vom Alltagsleben der Menschen getrennt werden. Ich möchte mit anderen teilen, was ich habe. Viele Künstler haben Angst, dass sie ihre gegenwärtige Popularität einbüßen werden. Ich versuche immer, mir bewusst zu machen, dass die Künste dafür da sind, zu geben, nicht zu empfangen. Deshalb fühle ich mich ein wenig freier.

Tatsächlich unterscheidet sich mein Alltagsleben entschieden von der Extravaganz, die auf der Bühne zu sehen ist. Ich lese, denke und komponiere jeden Tag. Man kann das als langweilig betrachten, aber ich bin glücklich mit dem, was ich tue.

Literatur und Musik sind nicht voneinander zu trennen. Die meisten ihrer Arbeiten greifen ein Motiv auf, das in der klassischen koreanischen Literatur zu finden ist. Was inspiriert Sie?

Als ich in den USA zeitgenössische Musik studiert habe, habe ich mich auch für die Welt der Literatur und der Religionen interessiert. Der Hauptgrund dafür war, dass ich in der Welt meiner Eltern-Generation eine Spur hinterlassen wollte. Ich hatte eine Art Verantwortung, ein Licht auf diese geschätzten Dinge der Vergangenheit zu werfen.

Als ich den Roman „Honbul“ von Choi Myung-hee las, hatte ich gemischte Gefühle. Choi hatte 17 Jahre an dem Buch geschrieben und starb mit etwas über 40 Jahren. Ich hatte das Bedürfnis, die Stimmung des Buches aufzugreifen. Als weibliche Komponistin wollte ich diese Stimmung aus meiner eigenen Perspektive neu erschaffen und dachte, dass es eine gute Idee wäre, dieses Stück mit traditionellen Instrumenten aufzuführen. So begann ich im Jahr 2003 mit der Schaffung der „Honbul“-Reihe. Bis heute habe ich insgesamt fünf Teile geschrieben. Alle wurden in der Art eines Konzertes produziert, mit verschiedenen Instrumenten für jeden Teil. Der erste Teil bedarf einer 12-saitigen Zither, einer Gayageum, und der letzte einer zweisaitigen Fiedel, einer Haegeum. Das nicht-koreanische Publikum war begeistert. Im Moment produziere ich den sechsten Teil der Reihe und habe den Plan, eine sechssaitige Zither, eine Geomungo, einzusetzen.

Die Komponistin Lim June-hee (Fotos: Jeon Han, Wi Tack-whan)

Es gibt viele Arbeiten, die das Motiv des alten Joseon enthalten, darunter „Uboosasisa", „Songs of the Dragons Flying to Heaven" und „Soul Mate." Was ist der Grund dafür?

Das von Yun Seon-do geschriebene Gedicht „Uboosasisa" basiert auf der Geschichte eines Fischers aus der Joseon-Zeit. Es wurde von Hwang Byung-ki, dem damaligen künstlerischen Leiter des National Gugak Orchestra, empfohlen. Es war ein großartiges Werk und es wert, hervorgehoben zu werden. Ich habe es als vierteiliges Stück geschrieben, jeweils eins über den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Es war zwei Stunden lang. Während der Produktion habe ich die tiefere Bedeutung jedes einzelnen Wortes verstanden. Ich habe wieder einmal gedacht, dass die Koreaner etwas über ihre eigene Musik erfahren sollten, statt die weltweit bereits bekannten Werke von beispielsweise Shakespeare ins Rampenlicht zu stellen.

Woher kommt Ihre Energie? Sie scheint schier unerschöpflich.

Um mehr über neue Arten der traditionellen Musik zu erfahren und Informationen über alte Klänge aus erster Hand zu bekommen, habe ich mir Aufführungen alter Rituale aus dem Königspalast angehört und angesehen - Jong-myo-je-rye-ak,Mun-myo-je-rye-ak,Su-je-cheon undYeo-min-rak-Musik -, sie alle enthalten spezielle Arten der klassischen koreanischen Musik. Je mehr ich studierte, umso mehr wollte ich diese Erfahrungen mit anderen teilen. Als ich mich auf solche Konzerte vorbereitete, habe ich gelernt, dass es viele beeindruckende traditionelle Musikinstrumente gibt. Es gibt zum Beispiel die Pyeongyeong-, Eo-, Bu- und Bak-Trommeln. Sie alle erzeugen einzigartige Klänge, die nirgendwo sonst auf der Welt zu hören sind.

Ich glaube auch, dass wir in Bezug auf das Material viel zu teilen haben. Zu Beginn dieses Jahres habe ich an einer Musik- und Orchester-Akademie an einem Beratungsprogramm teilgenommen. Meine Rolle ist es, Librettisten und Komponisten einander anzupassen und ihre Netzwerke zu unterstützen. Hier bevorzuge ich es auch, traditionelles Material auszusuchen. Es sind zwei Arbeiten in Vorbereitung. Die erste ist „Red Portrait" (‚Rotes Porträt‘), die den Prozess des konfuzianischen Gelehrten Yun Du-seo zeigt, wie er ein Selbstporträt malt. Dann gibt es die „Aria of Heaven" (‚Himmelsarie‘), die den Fokus auf das Leben des Komponisten Yun Isang richtet. Die Arbeiten werden bei einem Workshop im März aufgeführt. Nach über einem Jahr Probe bringe ich sie womöglich auf die Bühne. Zahlreiche Mitglieder des Orchesters und Komponisten warten auf ihre Mentoren-Partner. Ich hoffe, dass ich bei der Anpassung behilflich sein kann.

In Ihrer Arbeit besteht eine Harmonie zwischen Logik und Emotionen. Mit Ihrer Fähigkeit, ganze Liederreihen zu komponieren, haben Sie viele Leute erstaunt. Zudem haben Sie einen unterschiedlichen Stil mit ähnlichen Instrumenten. Liegt dem Ganzen eine Strategie oder eine Kalkulation zugrunde?

Das Wort „Komposition“ an sich enthält die Bedeutung, aus einzelnen Komponenten etwas zu machen. Es ist wahr, dass ich gebeten werde zu komponieren und zu kalkulieren, wenn ich ein Lied schreibe. Das Zeitmanagement ist auch wichtig.

Es hat über zwei Jahre gedauert, den „Song of the Dragons Flying to Heaven" zu beenden, der beim Neujahrskonzert des KBS Symphony Orchestra gespielt wurde. Wenngleich ich immer noch viele Teile als inadäquat betrachte, hat das Publikum eine neue Erfahrung mit traditionellen koreanischen Instrumenten gemacht. Es war sehr bedeutsam, dass das Orchester, das Korea repräsentierte, traditionelle Hofmusik spielte, die von einer koreanischen Komponistin geschrieben worden war – zum ersten Mal bei einem Konzert, das am ersten Tag des neuen Jahres aufgeführt wurde. Warum haben wir niemals zuvor darüber nachgedacht?

Ihre Arbeit „Hangang“ erinnert an Smetanas „My Fatherland" (‚Mein Vaterland‘). Sind Sie von der koreanischen Geschichte inspiriert worden?

Ich habe Smetanas Arbeit zum Vorbild genommen und meinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass alle Menschen vereint und weltweit anerkannt werden. Ich wollte auch die Botschaft von Frieden und Harmonie verbreiten.

Ich glaube, dass diese Liederarten die ‚emotionale Kultur‘ Koreas und die Liebe der Koreaner für Humanität zum Ausdruck bringen. Durch seine Musik wollte Beethoven den Menschen beispielsweise die Erleuchtung über Liebe, Frieden und Respekt vor der Humanität bringen. Ich sympathisiere zutiefst mit ihm. Ich möchte die Botschaft von Frieden und Liebe durch meine Lieder verbreiten. Die „Kantaten“-Reihe und mein „Song of Arirang“ sind eine Erweiterung davon.

Ich glaube, dass koreanische Musik ein perfektes Instrument ist, um das „Jeong“ – ein bemerkenswertes Merkmal des koreanischen Volkes – auszudrücken. Ich würde es gern als die Liebe definieren, die Menschen füreinander und für den Frieden haben. Ironischerweise ist Korea derzeit allerdings zweigeteilt. Ich möchte mir über Ideologien keine Gedanken machen, sondern mit musikalischen Ideen eine größere Zuhörerschaft erreichen.

„Soul Mate“, das im vergangenen Jahr vom National Symphony Orchestra aufgeführt wurde, stieß auf positive Resonanz. Einige Leute haben jedoch den einfachen Handlungsstrang kritisiert, dem zufolge die Charaktere dafür bestimmt waren, einen Partner aus einer vergleichbaren Gesellschaftsschicht und mit vergleichbarem gesellschaftlichem Status zu finden. Gab es einen Grund dafür, die Geschichte zu erzählen ohne Veränderungen einzubringen?

Die eigentliche Geschichte handelt davon, dass der männliche Protagonist aus einer Adelsfamilie eine Bedienstete kennenlernte. Für diese Produktion haben wir allerdings entschieden, die Handlung zu vereinfachen. Jetzt fokussiert sie auf die Bedeutung menschlicher Verbindungen untereinander, die vom Himmel vorherbestimmt sind.

Jede Arbeit wird maßgeblich vom zeitlichen Kontext beeinflusst, in dem sie entstand. Die meisten Arbeiten, die in der Zeit entstanden, waren düster und traurig. Unser Team hat entschieden, eine Geschichte mit glücklichem Ausgang zu schreiben. Allerdings denke ich auch, dass die Geschichte recht simpel ist. Sie braucht einige dramatische Wendungen.

Es gibt keine klare Grenze zwischen europäischer klassischer Musik und traditioneller koreanischer Gugak-Musik. Was haben Sie mit der Kombination von beidem geschaffen?

 Komposition ist Kreation. Grundsätzlich ist es der Prozess, alle Erfahrungen einzuschmelzen und etwas Neues zu schaffen. Ich kann entscheiden, ob ich traditionelle oder zeitgenössische Materialien einsetze. Für mich kann ich sagen, dass ich etwas nutzen möchte, das meinen eigenen Stil offenbart. Ich bin immer bestrebt, die traditionellen Elemente zu entdecken und sie in einen zeitgenössischen Stil zu übertragen.

Traditionelle Instrumente wie die zweisaitige Fidel Haegeum und die 12-saitige Zither Gayageum können in Abhängigkeit von der Art der Übertragung zeitgenössisch klingen. Ich möchte natürliche und erfrischende Klänge erzeugen, um die Grenzen zwischen den Genres zu beseitigen.

Derzeit arbeite ich mit dem Autor Go Jae-gwi an „Pantheon“, das im April aufgeführt werden soll. Es ist ein wenig früh, über die Arbeit zu sprechen. Es ist eine Geschichte, die in einem gefrorenen Land ohne Raum und Zeit spielt. Sie handelt von der eigenen Identität und der eigenen Existenz und von Fragen wie „Wer bin ich?“ und „Warum wurde ich geboren?“ Ich möchte meine Farben und meinen Stil in dieser Arbeit zeigen. Ich würde mich gern mit dieser Art universeller Themen auseinandersetzen, die jedermann genießen kann, unabhängig von der Nationalität und der Ethnie.

Was ist Musik für Sie?

Es ist die Liebe für Menschen, die durch Musik ausgedrückt wird.

Die Schönheit von Musik kann nur genießen, wer ein Menschenfreund ist. Ohne diese Liebe ist Musik bedeutungslos.

 

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