Naju: Heimatstadt historischer Persönlichkeiten

Das Modell eines Palastes aus Goguryeo-Zeiten ist im Naju-Image-Themenpark zu finden.
Das Modell eines Palastes aus Goguryeo-Zeiten ist im Naju-Image-Themenpark zu finden.

In Naju gibt es ein Dorf, das von Palästen und Festungen aus Goguryeo-Zeiten umgeben ist. Die Rede ist vom Naju-Image-Themenpark, in dem die TV-Serien „Jumong“ und „Königreich der Winde“ gedreht wurden. Die Stadt Naju, die im Südwesten des Landes liegt, wurde während Koreas Zeit der Drei Königreiche (57 v.Chr.-668 n.Chr.) vom Königreich Baekje besetzt. Besucher/innen, die den Themenpark zum ersten Mal besuchen, können über die koreanische Geschichte reflektieren und mehr über die Architektur im Goguryeo-Stil erfahren.

Naju selbst hat nicht viel mit der aktuellen Geschichte von Goguryeo zu tun. Nach Koreas Zeit der Drei Reiche und der Zeit des Vereinigten Silla-Reiches (668-935) war Naju das Bollwerk der Goryeo-Dynastie (918-1392). Es war in Naju, wo Sambong Jeong Do-jeon, der eine wichtige Rolle für die Gründung Joseons (1392-1910) spielte, auf die Idee kam, eine neue Hauptstadt zu errichten.

Zwei Statuen am Strom Wansacheon in Naju erzählen die Liebesgeschichte von König Taejo Wang Geon (877-943), dem Gründer von Goryeo, und Kaiserin Janghwa des Oh-Clans.
Zwei Statuen am Strom Wansacheon in Naju erzählen die Liebesgeschichte von König Taejo Wang Geon (877-943), dem Gründer von Goryeo, und Kaiserin Janghwa des Oh-Clans.

Der Oh-Clan, der in Naju angesiedelt ist, spielte eine Schlüsselrolle für die Gründung von Goryeo während Koreas Zeit der Späteren Drei Reiche (891-936). Die Nachkommen des Clans waren verantwortlich für die Verwaltung des Flusses Yeongsangang, welcher einer der Hauptkanäle für den Transport und die Verschiffung war. Die Familie verheiratete ihre Tochter an Taejo und unterstützte die Gründung des neuen Königreichs Goryeo. Diese gebar den zukünftigen König Hyejong, den zweiten Monarchen der Dynastie, und erhielt den Titel „Kaiserin“.

In späten Goryeo-Zeiten während seines Exils in Naju war Sambong fest davon überzeugt, dass er Goryeo aufgeben und ein neues Königreich gründen müsse. Er unterstützte Yi Seong-gye, den späteren König Taejo und ersten Herrscher von Joseon, und half erfolgreich bei der Gründung des Königreichs Joseon. 

In den vergangenen 1000 Jahren hatte Naju Anteil an vielen wichtigen Ereignissen der koreanischen Geschichte. Es gibt eine Reihe von historischen Stätten und kulturellen Hinterlassenschaften, die Najus historische Relevanz belegen. Zu ihnen gehört der Gingko-Baum, der auf dem Gelände der Naju-Hyanggyo gepflanzt wurde, einer konfuzianistischen Akademie. Es heißt, dass er von König Taejo selbst gesetzt worden sei. Es gibt auch ein reetgedecktes Haus in Sojae-dong, in dem Sambong im Exil gelebt haben soll.

In Naju kann man viele Dinge sehen und erleben, die über die historischen Berichte hinausgehen. Am Angam-Felsen, wo die Liebesgeschichte stattgefunden haben soll, kann man von Zeit zu Zeit eine Gruppe Fischreiher sehen. Auf dem Fluss Yeongsangang finden sich viele Fischer und Fischerboote. Der Fluss ist für viele Menschen der Region immer noch eine wichtige Durchfahrtstraße.

Im Dorae-Hanok-Dorf, das in Dado-myeon in Naju liegt, erhalten Besucher/innen die Chance, mehr über die Weisheit der Vergangenheit und die moderne Zivilisation zu erfahren, welche die Landschaft ziemlich stark verändert hat. In der Nähe des Dorfes befindet sich das Jeonnam-Waldressourcen-Forschungsinstitut, das bei Besucher/innen populär ist, die in den vollen Genuss der Natur kommen wollen. Insbesondere die Metasequoia-Straße an dem Institut ist einer der beliebtesten Orte für Picknicks. Unter dem grünen Baldachin verspüren Erwachsene die Lust, umherzurennen wie Kinder.

Fotos: Jeon Han, Stadt Naju

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