Naju, Süd-Jeollas wohlhabendes „Kleines Seoul”

Naju in der Provinz Süd-Jeolla
Naju in der Provinz Süd-Jeolla

Naju im mittleren Westen von Jeollanam-do (Provinz Süd-Jeolla) wird seit Urzeiten als Stadt des Überflusses betrachtet. Der Fluss Yeongsangang, einer von Koreas vier größten Flüssen, die die Lebensader der Nation bilden, fließt durch das Zentrum der Stadt. Sie ist umgeben von fruchtbaren Ebenen, die den Brotkorb des Landes bilden. Naju, das für seine vielen Sonnenstunden sowie sein hohes Aufkommen an Wasser und fruchtbaren Feldern bekannt ist, produziert den leckersten Reis der Nation. Nun hat es auch mit dem Anbau der Naju-Birne begonnen, der repräsentativen Frucht der Stadt. Die Naju-Birne wurde vermutlich zu Joseon-Zeiten dem König angeboten. Seit März 2015 liegt die Einwohnerzahl der Stadt bei rund 92.000 Personen. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 608 qkm.

Der Fluss Yeongsangang ist sehr wichtig für die Stadt, was ihre Gründung und Weiterentwicklung angeht. Ohne die Erwähnung des Flusses lässt sich die Geschichte von Naju nicht vollständig erklären. Die Stadt stieg erst in Koreas SZeit der Späten Drei Reiche (892-936) zu Berühmtheit auf, als Gung Ye (ca. 869-918), Gyeon Hwon (867-936) und Wang Geon (877-943) um den Thron konkurrierten. Wang Geon, der später zu König Taejo von Goryeo (reg. 918-943) gekrönt wurde, gelang es, in Begleitung seiner Marine entlang des Flusses Yeongsangang in die Stadt einzudringen und sich mit den wohlhabenderen Clans in der Region zusammenzuschließen, um so den Grundstein für die politische und wirtschaftliche Entwicklung zu legen. Seitdem war Naju in der Provinz Süd-Jeolla immer eine wichtige Region.

 

Fermentierter Rochen (Hongeo) ist ein repräsentatives Gericht der Stadt Naju.
Fermentierter Rochen (Hongeo) ist ein repräsentatives Gericht der Stadt Naju.

Naju lag auch auf einer wichtigen Handelsroute und war die Heimat des Yeongsanchang, eines Regierungsamtes, das Reis aus der gesamten Provinz Süd-Jeolla sammelte und lagerte. Dieser Tage werden verschiedene Boote am Hafen Yeongsanpo betrieben, die Besuchern die Möglichkeit bieten, auf dem Fluss Yeongsangang auf- und abzusegeln.

In der Nähe des Hafens befinden sich die Brücke Yeongsangyo und die „Hongeo-Straße”, die viele Restaurants beheimatet, welche fermentierten Rochen servieren. Anders als bei anderen Meeresfrüchtegerichten wird bei diesem Gericht frischer Rochen mit Reisstroh in einem Krug fermentiert, bevor er serviert wird. Viele Leute können den beißenden Geruch nicht aushalten, aber eine Reise nach Naju ist nicht komplett, ohne dieses Gericht probiert zu haben.

Naju

Das „Tangniji”, ein Geografiebuch aus Joseon-Zeiten, das während des 18. Jahrhunderts von Lee Jung-hwan geschrieben wurde, besagt Folgendes: In Naju „gibt es den Berg Geumseongsan im Rücken und den Fluss Yeongsangang im Süden. Die Geografie ähnelt der von Hanyang“, dem heutigen Seoul. Während damaliger Zeiten, als viele Menschen an Feng-shui glaubten, wurde es als Glück betrachtet, über eine Geografie zu verfügen, die der Seouls ähnelte. Wie das alte Seoul besaß Naju eine Festung (Name: Naju-eup), die von vier Haupttoren, Palästen, Regierungsbüros und konfuzianistischen Schulen (Orhyanggyo) umgeben war. Deshalb wurde die Region „Kleines Hanyang“ oder „Sogyeong“ genannt und entwickelte sich vor über 600 Jahren zum Zentrum der Honam-Ebene.

Die Stadt Naju hat am 26. April Busse für Stadtrundfahrten in Betrieb genommen, um den Touristen einen besseren Zugang zur Geschichte und den Annehmlichkeiten der Region zu verschaffen. Die Busse, die bis zum 12. September einmal täglich an Samstagen verkehren, halten an der Station Naju, der Festung Naju-eup, dem Hwangpo-Kai, dem Kulturzentrum für natürliches Färben, den Bannam-Hügelgräbern und dem Naju-Nationalmuseum. Reservierungen sind an vielen Verkaufsstellen möglich, darunter Geumho (www.kumhoaround.com), Hana Tour (www.hanatour.com), Web Tour (www.webtour.com) und Nextour (www.nextour.com).

Touristen auf einer Bootsfahrt machen Fotos von Rapsblüten am Flussufer.

Neben den Orten, die sich mit dem Bus besuchen lassen, gibt es viele weitere Destinationen, die man in Naju besuchen kann. Touristen können den Wansacheon-Strom aufsuchen, eine der Kulissen für die Liebesgeschichte zwischen König Taejo und Kaiserin Janghwa. Auch gibt es das Naju-Hanyggyo, ein lokales Zentrum für die konfuzianistische Tradition. Der Naju-Image-Themenpark war der Drehort für die Serie „Jumong“, und das Dorae-Hanok-Dorf, das während der 1930er Jahre erbaut wurde, ist ebenfalls eine beliebte Touristenattraktion.

Insgesamt vier Hügelgräber wurden 1996 in Bogam-ri entdeckt. Heute sind sie kollektiv als Bogamri-Tumuli bekannt. Unter den ausgegrabenen kunsthandwerklichen Gegenständen befinden sich Bronzeschuhe, Silberornamente und Schwerter mit ringförmigen Knäufen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Stadt Naju.

http://en.naju.go.kr (Englisch)
http://jp.naju.go.kr (Japanisch)
http://cn.naju.go.kr (Chinesisch)

Anfahrt nach Naju

Sie können den KTX-Zug von der Station Yongsan in Seoul nehmen und an der Station Naju aussteigen. Oder nehmen Sie einen Intercity-Bus und steigen Sie am Naju-Intercity-Busterminal aus.

Fotos: Jeon Han, Stadt Naju

Zurück