„Ode to My Father” rührt Koreakriegsveteranen

Foto: CJ Entertainment
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Leises Weinen füllte am 11. Februar das Kino Regal Fairfax Towne Center im Norden von Virginia.

Das Weinen stammte von rund 50 grauhaarigen Kriegsveteranen, die während des Koreakriegs (1950-53) für die USA kämpften. In dem Kino sahen sich die Veteranen zusammen den koreanischen Megahit „Ode to My Father“ an. Während der Sondervorführung gingen ihnen viele Szenen zu Herzen und brachten lebhafte Kriegserinnerungen zurück, die ihnen bis zum heutigen Tag im Gedächtnis geblieben waren.

Die Veteranen begannen praktisch von Beginn des Films an zu weinen, insbesondere bei der Szene, als die berühmte Heungnam-Evakuierung gezeigt wurde, die rasche Evakuierung von US-Soldaten und flüchtenden Zivilisten, die zwischen dem 15. und 24. Dezember 1950 am Hafen Heungnam in Hamgyeongnam-do (Provinz Süd-Hamgyeong) im Norden Koreas stattfand.

Während der dramatischen Szene, in der der junge Deoksu, der männliche Hauptprotagonist, die Hand seiner jüngeren Schwester, Maksoon, loslässt, als sie über Taue auf die SS Meredith Victory klettern wollen, gab es im ganzen Publikum hier und dort tiefe Seufzer.

Die Heungnam-Evakuierung war ein bedeutungsvolles Ereignis während des Koreakriegs. Die sich zurückziehende US-Armee, die schwere Angriffe durch die chinesischen Truppen erlebte, während sie an der Front im nordöstlichen Hamgyeongnam-do kämpfte, entschloss sich, 14.000 Flüchtlinge aus dem Gebiet zu evakuieren und sie an Bord der SS Meredith Victory zu lassen.

Das Schiff, das am 23. Dezember 1950 vom Hafen ablegte, fuhr am 24. Dezember an Busan vorbei und legte am 25. Dezember an der Insel Geojedo in Gyeongsangnam-do (Provinz Süd-Gyeongsang) an. Deshalb wird diese Evakuierung auch oft als „Weihnachtswunder“ bezeichnet.

Der Generalleutnant des US-Marine-Corps Stephen Olmstead, einer der Veteranen, die an der Sondervorführung teilnahmen, sagte: „Der Koreakrieg ist kein vergessener Krieg, aber ein vergessener Sieg”.

„Die Trennung der Familienmitglieder während der Evakuierung, die im Film dargestellt wird, ist nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern die Geschichte von uns. Ich habe ebenfalls geweint“, fügte er hinzu, als Tränen in seine Augen traten. „Dieser Film zeigt auf so lebendige Weise, wie Leute versuchten, an der Anlegestelle zu überleben und auch, wie sich das Kriegsschiff, die Truppen und die militärische Ausrüstung vorwärtsbewegten. Ich kann und will nicht die eisige Kälte vergessen, die fast alles zum Gefrieren bringen konnte.“

Der pensionierte Oberst Thomas Ferguson war ebenso bewegt wie die anderen im Kino. Ferguson ist der Enkel von Edward Almond, dem Kommandeur des ,,X-Corps" der US-Armee während des Koreakriegs, der die Evakuierung anführte.

Die SS Meredith war ein Frachtschiff mit einem Gewicht von 7600 Tonnen, das eine Aufnahmekapazität von nur maximal 60 Personen hatte. Kapitän Leonard LaRue rief dazu auf, alle Waffen, die sich auf dem Schiff befanden, von Bord zu werfen und stattdessen so viele Flüchtlinge wie möglich aufzunehmen. Bei diesem Vorgang wurden drei US-Soldaten getötet, die das Schiff am Heck verteidigten.

Das Schiff segelte 28 Stunden bis zum Hafen Busan. Während der Reise fehlte es den Menschen an Bord an Essen, Wasser, Decken und Medizin. Trotz endlosen Beschusses durch den Feind gab es keine Todesfälle.

Es ist auch bekannt, dass die Mannschaft Teile ihrer Kleidung gab, um einige Frauen und Kinder vor der eisigen Kälte zu schützen. Als das Schiff am 24. Dezember am Hafen Busan ankam, durfte es nicht anlegen, da es zu viele Flüchtlinge an Bord hatte. Der Kapitän hatte keine andere Wahl, als weitere 80 Kilometer zurückzulegen und die Passagiere am 25. Dezember am Hafen Jangseungpo vor der Insel Geojedo von Bord zu lassen.

Während der Reise wurden an Bord fünf Babys geboren.

„Als mein Großvater über seine Erfahrungen in drei Kriegen sprach – Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg und Koreakrieg – war er der Überzeugung, dass die Heungnam-Evakuierung die größte Leistung war“, erinnert sich Ferguson. „Man kann zweifellos sagen, dass der Heungnam-Vorfall ein Wunder ist, der die Evakuierung nicht nur der US-Truppen, sondern auch vieler koreanischer Flüchtlinge ermöglichte“.

Die Veteranen lachten, als sie Zeuge der wunderbaren Errungenschaften wurden, die die Koreaner in den 1960er und 1970er Jahren nach dem Krieg erreichten. Sie vergossen gemeinsam Tränen, als sie sahen, wie Deoksu schließlich in den 1980er Jahren seine jüngere Schwester wiedertraf, von der er geglaubt hatte, dass sie tot sei.

„Dieser Film ermöglicht es uns, nachzuvollziehen, wie es Korea gelingen konnte, so weit zu kommen”, sagte ein anderer Veteran. „Ich empfehle allen US-amerikanischen Koreakriegsveteranen, diesen Film zu sehen. Sie werden sicher stolz sein.“

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