Papst trifft Bischöfe aus Asien

Papst Franziskus (Zweiter von rechts) bei einer Zusammenkunft mit Bischöfen aus Asien am Schrein von Haemi in Seosan, Provinz Süd-Chungcheong, am 17. August.
Papst Franziskus (Zweiter von rechts) bei einer Zusammenkunft mit Bischöfen aus Asien am Schrein von Haemi in Seosan, Provinz Süd-Chungcheong, am 17. August.
Papst Franziskus ist am 17. August am Schrein von Haemi in Seosan, Chungcheongnam-do (Provinz Süd-Chungcheong), mit Bischöfen aus Asien zusammengekommen.
 
Der Papst ist etwa gegen 10.55 Uhr mit einem Hubschrauber auf dem Schulhof der Grundschule Haemi gelandet. Für den Besuch des Schreins, der auch als Heilige Märtyrer-Gedenkstätte Haemi bekannt ist, stieg er in sein Auto - ein Kia Soul. Ihm folgten der Erzbischof von Seoul und Kardinal von Korea, Yeom Soo-jung, Bischof Peter Kang U-il und andere Bischöfe. Alle versammelten Bischöfe empfingen den Papst bei seinem Eintritt in die Kirche mit großem Applaus. Er ging zum Altar und nahm Platz, nachdem er dem heiligen Ort, an dem das sakramentale Brot aufbewahrt ist, seinen Respekt bezeugt hatte.
 
An der rechten Seite des Papstes saß Kardinal Oswald Gracias, Erzbischof von Bombay und Präsident der Föderation der asiatischen Bischofskonferenz, während Erzbischof Pietro Parolin, der Kardinalstaatssekretär, zur Linken des Papstes saß.

Gracias sagte zur Begrüßung: „Ich möchte dem Papst meine tiefe Dankbarkeit aussprechen, da Sie ein aufrichtiger Vater der Liebe und der Gnade geworden sind. Ich möchte allen Koreanern danken und hoffe, dass der Herr ihnen Glück bringen möge.“

In seiner Rede auf Italienisch sagte der Papst: „Dies ist ein heiliger Ort für Märtyrer. Wir müssen der namenlosen Märtyrer gedenken, die ihr Leben für ihren Glauben gegeben haben. Unabhängig von Alter oder Geschlecht starben Menschen weltweit als Märtyrer. Wir müssen ihren großartigen Namen mit Respekt begegnen und ihnen folgen.“

„Es wird unmöglich sein, einen wahren Dialog zu führen, wenn wir unsere Gedanken und unseren Geist nicht auf sympathische und aufrichtig akzeptable Weise öffnen“, riet der Papst. „Deshalb müssen wir uns deutlich unserer eigenen Identität bewusst werden und mit anderen sympathisieren. Dies wird der Beginn eines Dialogs sein.“

Er sagte auch: „Ich hoffe, dass ihr euer Herz anderen gegenüber öffnen und den Dialog im Interesse unserer asiatischen Nachbarn fördern könnt, die erst noch eine Beziehung zum Herrn aufbauen müssen.“

 Dies alles wurde von Vater Federico Lombardi, Direktor des Pressebüros des Heiligen Stuhls, bei einer Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen erklärt. Lombardi sagte: „Der Dialog, den der Papst meinte, ist ein Dialog des guten Willens. Seine Äußerungen zeigen den Willen des Apostolischen Stuhls, diplomatische Beziehungen mit Ländern zu entwickeln, die solche Beziehungen nicht haben.“ Zu diesen Ländern gehören nicht nur China, sondern auch andere asiatische Länder, die keine diplomatischen Beziehungen mit der Vatikanstadt haben, wie Nordkorea, Vietnam, Myanmar, Laos und Brunei, sagte er.

Federico Lombardi, Direktor des Pressebüros des Heiligen Stuhls (rechts), übermittelt die Botschaft des Papstes während eines Treffens mit asiatischen Bischöfen.

Lazzaro You Heung-sik, Bischof von Daejon, sagte: „Die heutige Zusammenkunft ist von Bedeutung, weil sie den Vatikan in Rom zum Schrein von Haemi gebracht hat. Der Papst, Bischöfe und Jugendliche aus Asien haben sich alle an einem Ort versammelt, um gemeinsam zu beten, was von großer Bedeutung ist.“

Peter Chung Soon-taek, Weihbischof des Erzbistums von Seoul, sagte: „Ich habe gehört, dass 71 Bischöfe aus ganz Asien an dem Treffen teilgenommen haben. Das ist eine Zusammenkunft in großem Stil und sehr ungewöhnlich, sogar in Europa.“ Chung bekräftigte die Botschaft des Papstes, indem er sagte: „Papst Franziskus übermittelt eine neue Energie des Heiligen Geistes. Es entsteht ein Konsens, dass wir uns in Anlehnung an seine Lehren ändern müssen.“

Papst Franziskus hält während seines Treffens mit asiatischen Bischöfen eine Predigt (Fotos: Jeon Han)
Papst Franziskus hält während seines Treffens mit asiatischen Bischöfen eine Predigt (Fotos: Jeon Han)

Zurück