Pfad des Lebens – auf den Spuren katholischer Märtyrer in Seoul

Der Märtyrerschrein Seosumun
Der Märtyrerschrein Seosumun

 

Der Historische Park Seosomun in Seoul ist ein Ort, an dem zahlreiche Katholiken im Rahmen der Verfolgungswellen während der Joseon-Ära (1392 – 1910) hingerichtet wurden. Zu Beginn dieses Jahres wurde er offiziell als „historischer Park“ bezeichnet.

Papst Franziskus wird der Märtyrer bei seinem bevorstehenden Korea-Besuch im August gedenken. Von den über 100 in dem Park hingerichteten Märtyrern wurden 44 heiliggesprochen.

Im Seosomun-Park und in der Umgebung von Seodaemun befand sich in der Joseon-Zeit das Bezirksbüro von Gyeonggi. An beiden Orten starben viele Gläubige den Märtyrertod. Heutzutage verbindet der Life Trail (Pfad des Lebens), der zweite von drei Pilgerstrecken in Seoul, die historischen Orte des Katholizismus. Dazu zählen die katholische Kirche Kahoe, in der der chinesische Priester Zhou Wenmo (Ju Mun-mo) Jacobus, der erste Missionar in Korea, seinerzeit eine Messe feierte; die katholische Kirche Yakhyun, Koreas erste gotische Kirche, sowie die Polizeistation Upodocheong, in der die letzten katholischen Märtyrer Koreas starben.

Das Seosomun-Tor befand sich zwischen den beiden größeren Toren Seodaemun and Namdaemun, die während der Joseon-Zeit die beiden Haupteingänge zur Hauptstadt bildeten. Ein Platz außerhalb des Seosomun-Tores diente seit Beginn der Dynastie als Hinrichtungsstätte. Der Platz bildete eine Kreuzung mit viel Verkehr. Er befand sich zudem in der Nähe der Polizeistation, in der Inhaftierte festgehalten wurden.

Während der großen Verfolgungswelle des Jahres 1810 wurden erstmals Katholiken auf dem Platz gefoltert. Peter Yi Seung-hun, der erste getaufte Koreaner, sowie Augustinus Jeong Yak-jong, der die theologische Arbeitsgruppe in Myeongdohoeleitet, wurden hier gefoltert. Viele Gläubige wurden außerhalb des Seosomun-Tores gefoltert. 44 von ihnen wurden heiliggesprochen; das ist von allen Orten, an denen Katholiken in Korea den Märtyrertod starben, die höchste Anzahl.

1999 wurde der Märtyrerschrein bebaut, um der 103 Gepeinigten zu gedenken, die an diesem Ort starben. Die drei Gedenktürme aus Granit sind einer Exekutionsvorrichtung nachempfunden, wie sie während der Joseon-Zeit verwendet wurden und symbolisieren somit Tod und Verfolgung. Als Symbol der Güte wurden sieben vertikale goldene Linien in jeden Turm eingraviert.

Die katholische Kirche Yakhyun, welcher der Märtyrerschrein von Seosomun zugeordnet ist, wurde sechs Jahre von der Myeongdong-Kathedrale errichtet, die ihrerseits 1898 fertiggestellt wurde. Die historische Kirche Yakhyun ist Koreas erste gotische Kirche und die erste aus Ziegelstein. Sie wurde im November 1892 fertiggestellt und diente seither als Model für Ziegelsteinkirchen, die im Anschluss daran errichtet wurden. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Kirchengemeinde wurde 1991 eine Gedenkhalle errichtet, in der Bücher, Kunstwerke und Habseligkeiten vieler Märtyrer ausgestellt sind.

Das Gyeonggi Gamgyeong befindet sich dort, wo sich einst das Büro des Provinzgouverneurs von Gyeonggi befand, das im zweiten Jahr der Herrschaft König Taejongs 1393 eingerichtet und später an diesen Ort verlegt wurde. Viele Gläubige aus Yanggeun und Yeoju in Gyeonggi-do (Provinz Gyeonggi), einschließlich Peter Jo Yong-sam, wurden hierhingebracht, gefoltert und eingekerkert. Jo wurde im Gefängnis getauft und starb dort am 27. März 1801. Als er kurz vor seinem Tod zum letzten Mal gefoltert wurde, bekannte der sich zu seinem Glauben. „Im Himmel gibt es nicht zwei Herren und eine Person kann nicht zwei verschiedenen Glaubensrichtungen anhängen. Ich möchte für Gott sterben, und mehr gibt es nicht zu sagen.“

Uigeumbu war ein Regierungsbüro, in dem Täter auf Befehl des Königs verhört wurden. Schwerverbrecher, darunter katholische Bischöfe, Priester und andere Führungsfiguren, wurden dorthin gebracht. Peter Yi Seung-hun und Lee Jonchang Louis de Gonzague, die „Apostel von Naepo“, wurden hier ebenfalls befragt.

Das Hyeongjo ist eines der Büros der Zentralregierung aus der Joseon-Zeit. Seit der Katholizismus in Korea angekommen war, wurden hier viele Gläubige befragt. Das Jeonokseo war ein öffentliches Büro, dem die Verwaltung der Gefängnisse oblag. Viele Katholiken wurden im Hyeongjo befragt und im Jeonokseo bis zu ihrer Bestrafung festgehalten. St. Ignatius Kim Je-jun, Vater von St. Andrew Kim Dae-geon, wurde im Jeonokseo festgehalten, bevor er ins Hyeongjo und Uigeumbu gebracht und anschließend hingerichtet wurde.

Das Upodocheong oder das Polizeibüro mit Namen „rechte Hand“, war für das westliche und das nördliche Seoul sowie für Gapyeong, Kaesong, Goyang, Paju und Pocheon zuständig. Vater Victor Marie Deguette und seine Glaubensanhänger wurden am 14. Mai 1879 in Gongju, Chungcheong-do (Provinz Chungcheong), verhaftet. Sie wurden dann nach Upodocheong gebracht. Offiziell endete die Verfolgung gegen Katholiken dann, sodass sie nicht gefoltert wurden. Allerdings litten Vater Deguette und andere Hunger, in dessen Folge viele Gläubige starben. Sie waren die letzten Märtyrer in der Geschichte der katholischen Kirche in Korea.

Die Katholische Kirche Kahoe, befindet sich an einem Ende des Life Trails in Gye-dong, nördliches Seoul. Der chinesische Priester Zhou Wenmo (Ju Mun-mo) Jacobus, der erste Missionar, der am 24. Dezember 1794 nach Korea kam, feierte dort im Folgejahr seine erste Messe. Vater Zhou lernte das koreanische Alphabet von seinen Glaubensanhängern, die aus dieser Gegend kamen. Binnen kürzester Zeit wurden Zhou und seine Anhänger festgenommen und im Upodocheong gefoltert. Zhou wurde schließlich am 28. Juni 1795 getötet.

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