Regierung drängt auf Deregulierung zur Förderung ausländischer Investitionen

Präsidentin Park Geun-hye (Vierte von links) hat den Vorsitz über das sechste Treffen zur Förderung von Handel und Investition, das am 12. August im Präsidialamt Cheong Wa Dae stattfand (Foto: Cheong Wa Dae).
Präsidentin Park Geun-hye (Vierte von links) hat den Vorsitz über das sechste Treffen zur Förderung von Handel und Investition, das am 12. August im Präsidialamt Cheong Wa Dae stattfand (Foto: Cheong Wa Dae).

Die Regierung beabsichtigt, die Errichtung integrierter Touristenressorts zu unterstützen, zu denen Hotels, Kasinos und Veranstaltungsräumlichkeiten gehören sollen. Sie sieht auch den Bau kommerzieller Krankenhäuser auf der Insel Jeju und in den freien Wirtschaftszonen des Landes vor. Darüber hinaus soll es chinesischen Touristen ab Anfang nächsten Jahres ermöglicht werden, Gruppenvisa online zu beantragen. Auch private Berufsfachschulen sollen ermächtigt werden, Studentenvisa für ausländische Studenten auszustellen.

Die Regierung hat diese verschiedenen Pläne zur Deregulierung beim sechsten Treffen zur Förderung von Handel und Investition am 12. August vorgestellt. Mit diesen Plänen sollen Investitionen in aussichtsreiche Dienstleistungsindustrien gefördert werden – ein zentrales Projekt des Dreijahresplans für wirtschaftliche Entwicklung der Regierung.

„Korea hat ein enormes Potenzial, eine Führungsrolle im Bereich der Dienstleistungsindustrie zu übernehmen, da wir über Informationen der Weltklasse, über medizinische Technologien, über einen großen Enthusiasmus für Bildung sowie über talentierte Arbeitskräfte verfügen“, sagte Präsidentin Park. „Wir müssen unsere zentralen Dienstleistungsindustrien wie Gesundheit, Tourismus, Finanzen und Software durch Offenheit und Konkurrenz ausbauen und unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern.“

 

Die Errichtung von vier großangelegten Ressorts

Die Regierung möchte die Errichtung integrierter Touristenressorts unterstützen, zu denen Hotels, Konferenzräume, Kasinos und Veranstaltungsräumlichkeiten gehören. Gegenwärtig sind nur vier solcher Ressorts in Arbeit. Das LOCZ consortium, die Paradise Group und die Dream Island beabsichtigen, Ressorts auf der Insel Yeongjongdo vor der Küste von Incheon zu betreiben. Auf der Insel Jeju werden die Ressorts Jeju Myths und der History Theme Park entstehen. Alle Ressorts werden zwischen 2017 und 2020 eröffnen. Insgesamt beträgt die Investitionssumme für die vier Projekte 8,7 Billionen Won.

Die Regierung wird einen Service aus erster Hand anbieten, um die damit verbundenen administrativen Prozesse so einfach und so schnell wie möglich zu gestalten. Sie beabsichtigt, direkte Straßenzugänge zu den Ressorts zu bauen und die Baugenehmigungen zeitnah zu erteilen. Sie plant auch die Neubelebung eines Projekt, das die Errichtung eines berühmten Themenparks in Hwaseong, Gyeonggi-do (Provinz Gyeonggi), vorsieht.

Auch für chinesische Touristen gibt es gute Nachrichten. Die koreanische Regierung wird im nächsten Jahr einen TV-Kabelkanal in Mandarin für chinesische Touristen einrichten. Sie wird den Besuch von Palästen und Festungen, Themenparks und Einkaufszentren fördern. Zu Beginn des nächsten Jahres wird die Regierung chinesischen Touristen ebenfalls erlauben, Gruppenvisa online zu beantragen, um ihnen den Besuch einer koreanischen Botschaft oder eines Konsulates zu ersparen. Darüber hinaus wird sie das bei chinesischen Touristen besonders beliebte COEX - ein Büro- und Einkaufskomplex im südlichen Seoul – zum besonderen Touristenbezirk erklären.

Die Regierung plant zudem die Förderung des Tourismus in den Bergregionen zugehörigen Parks. Südkorea besteht zu über 64 Prozent aus Bergen, wenngleich die Nutzung dieser Regionen zu touristischen Zwecken aufgrund von verschiedenen Bestimmungen begrenzt ist. Gegenwärtig ist es nicht erlaubt, Gebäude oberhalb der Hälfte des Berges zu errichten, aber die Regierung wird ein neues Gesetz erlassen, um bestimmte Berge zu touristischen Gebieten zu erklären und damit den Bau von Hotels oberhalb dieser Grenze zu ermöglichen, ohne die Landschaft ernstlich zu beschädigen.

 

Die Errichtung kommerzieller Krankenhäuser

Im Interesse der Medizin- und Gesundheitsindustrie wird die Regierung die Errichtung kommerzieller Krankenhäuser in den freien Wirtschaftszonen und auf der Insel Jeju unterstützen. Die Regierung wird bis Ende September über die Anfrage des chinesischen Unternehmens CSC bezüglich des Baus eines kommerziellen Krankenhauses auf der Insel Jeju entscheiden. Die Regierung beabsichtigt den Erlass eines Sondergesetzes, um koreanische Krankenhäusern die gleiche Unterstützung zukommen zu lassen, die klein- und mittelständischen Unternehmen zukommt, um ihnen zu helfen, Geschäfte im Ausland zu führen und mehr Patienten aus dem Ausland anzulocken.

Darüber hinaus wird die Regierung Krankenhäuser dabei unterstützen, Nebenstellen einzurichten. Im Dezember 2013 hat die Regierung Krankenhäusern erlaubt, Nebenstellen für die Geschäftsbereiche zu errichten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sodass mittlerweile einige Krankenhäuser dabei sind, diese Tochterunternehmen einzurichten. Die Regierung möchte vier Krankenhäuser unterstützen, die sich derzeit in diesem Prozess befinden und ihnen auf diese Weise helfen, die Probleme zu lösen, mit denen sie konfrontiert sind.

Im Bildungsbereich beabsichtigt die Regierung, international anerkannte Berufsfachschulen für Mode, Musik und für Hotelbetriebswirtschaft zu ermutigen, Zweigstellen in Korea zu eröffnen. Des Weiteren wird sie internationalen Bildungseinrichtungen ermöglichen, Geschäftsstellen oder Joint Ventures in Korea zu gründen. Schließlich wird sie berühmten koreanischen Berufsfachschulen für Sprachen, Kochen oder Tanz erlauben, Visa für ausländische Studenten auszustellen.

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