Regierungschefs Ostasiens verabschieden Anti-Atom Erklärung

Präsidentin Park Geun-hye (Mitte) beim Ostasiengipfel (EAS) in der laotischen Hauptstadt Vientiane am 8. September. Sie betont die Solidarität der internationalen Gemeinschaft angesichts des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms.

Präsidentin Park Geun-hye, derzeit auf Staatsbesuch in Laos, warnte am 8. September die Welt beim Ostasiengipfel vor nordkoreanischen Atomwaffen.


„Wenn es der Welt nicht gelingt, die Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit der Bedrohung durch nordkoreanische Atomwaffen und Raketen zu erkennen und wir die Bemühungen Nordkoreas, mit dem Atomprogramm fortzufahren, nicht zerschlagen, dann wird die gesamte internationale Gemeinschaft dies bereuen“, sagte Präsidentin Park.

Vertreter aus 18 am EAS teilnehmenden Nationen, Präsidentin Park eingeschlossen, verabschiedeten im Nationalen Messegelände in Vientiane, wo der EAS stattfand, eine Erklärung über die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Bezugnehmend auf diese Erklärung sagte Präsidentin Park: „Die Verabschiedung dieser Erklärung ist insofern wichtig, als sie den Willen der Mitglieder des EAS widerspiegelt, der andauernden Bedrohung durch Nordkoreas Atomwaffen mit Nachdruck entgegenzutreten.“

„Da die nordkoreanischen Waffen eine Reichweite bis in unser Land und unsere Hauptstadt Seoul haben, welche nur wenige Kilometer jenseits der Grenze liegt, sind Nordkoreas Provokationen existenzbedrohend für Südkorea“, sagte Präsidentin Park.

„Wir müssen die Resolution des UN-Sicherheitsrates ergänzen, sollten sich bei ihrer Umsetzung Schwachstellen finden, und wir müssen den Druck auf Nordkorea verstärken, damit es keine andere Chance hat, als sein Verhalten zu ändern“, sagte sie.

„In diesem Jahr führte Nordkorea seinen vierten Atombombentest durch und feuerte bei 14 Starts insgesamt 22 ballistische Raketen ab. Das ist weitaus mehr als während der 18-jährigen Herrschaft des vorherigen Führers Kim Jong-il“, fügte sie hinzu.

„Nordkorea hat mit direkten Atomwaffenangriffen in Richtung Südkorea gedroht, und es rüstet in den Bereichen ballistische Unterwasserraketen (SLBM) und ballistische Interkontinentalraketen (ICBM) weiter auf“, sagte Präsidentin Park und wies auf die Risiken eines Nordkoreas unter Führung von Kim Jong-un hin.

„Innerhalb von nur vier oder fünf Minuten könnten Nordkoreas Atombomben und Raketen jeden Ort in Südkorea erreichen“, sagte Präsidentin Park.

„Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, unvermeidbare, minimale Schritte für unsere Selbstverteidigung zu unternehmen“. Mit dieser Aussage erklärte Präsidentin Park den Teilmehmern am EAS die unausweichliche Entscheidung Südkoreas, das Raketenabwehrsystem (THAAD) der USA im eigenen Land zu stationieren. 

Präsidentin Park verwendete jedoch nicht direkt das Wort „THAAD“ angesichts der Anwesenheit von Chinas Ministerpräsidenten Li Keqiang und dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew.

Präsidentin Park sagte: „Die Bedrohung durch Nordkoreas Atombomben und Raketen ist die eindeutige Wurzel des Problems. Die internationale Gemeinschaft muss alle ihre Kapazitäten nutzen, um dieses Problem zu lösen“, während sie zum wiederholten Male versuchte, Peking und Moskau zu überzeugen, da beide Regierungen Zweifel hegen, ob die Stationierung von THAAD in Südkorea Teil eines von den USA kontrollierten Raketenabwehrsystems sein könnte. 

Chinas Ministerpräsident bekräftigte nochmals Pekings Standpunkt in dieser Frage und sagte: „China unterstützt die Denuklearisierung, den Frieden und Wohlstand auf der koreanischen Halbinsel und wird die von der UN beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea vollständig umsetzen.“ 

Der russische Ministerpräsident Medwedew drückte ebenfalls den Willen Russlands aus, niemals Atomwaffen in Nordkorea zu akzeptieren.

 

Präsidentin Park Geun-hye (Zweite von links) posiert für ein Gruppenfoto mit anderen Spitzenpolitikern beim Ostasiengipfel in der laotischen Hauptstadt Vientiane am 8. September.

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