Umweltfreundliche Straßenbeleuchtungen machen die Welt zu einem helleren Ort

Foto: Jeon Han, Sky Innovation
Foto: Jeon Han, Sky Innovation

Eine Gruppe von jungen Erfindern machte vor einiger Zeit wegen ihrer Anbringung von umweltfreundlichen, solarbetriebenen Straßenbeleuchtungen in dunklen Straßenzügen der Hauptstadt auf sich aufmerksam. Sie nennen ihre Arbeit das „City Firefly Project“, da sie die Straßenbeleuchtungen Glühwürmchen nachempfunden haben, kleinen Insekten, die in der Dunkelheit ein wertvolles Licht abgeben.

Das „City Firefly Project“ sicherte sich im letzten Monat den ersten Platz beim „Changing the World Idea Festival“, dessen Gastgeber SK Innovation war. Das Team besteht aus vier jungen Männern – Kwon Oh-hyun, Song Jae-woo, Gong Byung-hyuck und Lee Sang-hyun – die alle jeweils in verschiedenen Städten des Landes studieren oder arbeiten. Die lichtemmitierenden Leuchtdioden (LED), die sie in einen recycelten Milchkarton eingesetzt haben, wurden in unansehnlichen, dunklen Gassen in Jeongneung-dong, Seongbuk-gu (Bezirk), installiert, um Passanten spät in der Nacht den Weg zu leuchten.

Die vier sind seit Grundschulzeiten befreundet. Bevor sie ihren Abschluss an der Universität machen – an der Fakultät für Wirtschaft der Yonsei University, der Fakultät für öffentliche Verwaltung der Kyungpook National University, der Fakultät für Rechnungswesen der University of Ulsan und der Fakultät für Informatik der Busan National University – wollten sie zusammenarbeiten, um etwas Neues herzustellen, das die Welt verändern und sie zu einem besseren Ort machen könnte.

 

Foto: Jeon Han, Sky Innovation
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Das Team ist der Überzeugung, dass ein Interesse an kleinen Dingen zu großen Veränderungen in der Gesellschaft führen kann. Korea.net traf sich mit Kwon Oh-hyun, einem der Teammitglieder, um mehr über ihre Geschichte zu hören - vom Stadium des Brainstormings bis zur endgültigen Anbringung der Beleuchtungen.

Ihre Teammitglieder haben nur eine Gemeinsamkeit, dass sie alle die selbe Grundschule besucht haben. Heute studieren und arbeiten Sie in unterschiedlichen Städten des Landes. Wie ist Ihnen die Zusammenarbeit gelungen?

Wir alle haben die Ulsan Nambu Elementary School besucht. Bis zur Mittelschule lebten wir nahe beieinander, aber danach kamen wir an unterschiedliche Schulen. Irgendwie haben wir immer daran gedacht, dass wir eines Tages wieder zusammenkommen wollten. Wir hatten den Gedanken, dass die Teilnahme an diesem Projekt uns die Möglichkeit bieten würde, Zeit miteinander zu verbringen und dass es uns zusätzlich etwas Preisgeld und die Chance geben würde, einen Beitrag zur globalen Entwicklung zu leisten. Natürlich war es nicht so leicht, wie wir zunächst gedacht hatten.

Wie haben Sie Ihre Idee entwickelt, solarbetriebene Straßenlaternen herzustellen?

In der Nähe meines Wohnorts Silim-dong gibt es viele dunkle Gassen. Sie wirkten gefährlich für Frauen und ältere Menschen. Aus diesem kleinen Gedanken entwickelte sich ein Samen, und ich fasste den Entschluss, die weniger schönen Gegenden Seouls zu beleuchten.

Die Kombination aus recycelten Milchkartons, LEDs und Solarmodulen ist interessant. Woher haben Sie die Inspiration dafür genommen?

Zunächst hatten wir nicht an Solarenergie gedacht. Die Originalidee bestand darin, durch einen neuen Anstrich dunkle Bereiche etwas heller und freundlicher zu gestalten. Während wir immer mehr Ideen sammelten, begannen wir mit der Planung von effektiveren und umweltfreundlicheren Projekten. In dieser Hinsicht spielte der Mentor, der uns von SK Innovation vorgeschlagen worden war, der Architekt Lee Hyun-wook von Peanut House, eine entscheidende Rolle. Er empfahl uns, dass wir nach einem Material suchen, das platzsparend und dennoch effektiv ist, das weniger kostet aber mehr Quantität erzeugen kann, und das vor allem umweltfreundlich ist. In dieser Hinsicht waren recycelte Milchkartons geeignet, da sie nicht schmelzen und vor Regen schützen. Da sie darüber hinaus leicht zu produzieren und kostengünstig sind, glaubten wir, dass diese Punkte Bürger dazu veranlassen könnten, sich spontaner an unserem Projekt zu beteiligen.

Wie viel Zeit und Geld haben Sie in das Projekt investiert?

Mit der Planung begannen wir in dem Zeitraum zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Die Produktion haben wir Ende August fertiggestellt. Insgesamt dauerte es etwa zwei Monate.

In diesen zwei Monaten haben wir 22 Lampen produziert, die jeweils 13.000 koreanische Won kosten. Das ist sicherlich wirtschaftlich und preisgünstig.

Foto: Jeon Han, Sky Innovation
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Was sind die Vorzüge von solarbetriebenen LEDs? Gab es während der Umsetzung des Projekts irgendwelche Schwierigkeiten?

Einer der größten Vorzüge lag darin, dass wir keinen elektrischen Strom benötigten. Es war wirklich schwierig, Leute, die in der Nachbarschaft leben, vom Projekt zu überzeugen. Sie machten sich Sorgen über die Elektrizitätskosten, die auf sie zukommen könnten. Solarbetriebene Straßenbeleuchtungen verursachen keine Kosten. Ein weiterer Vorzug der Leuchten ist es, dass sie nicht viel Platz für die Installation benötigen.

Wie ich erwähnte, wurde das Projekt auf dem Höhepunkt des Sommers durchgeführt. Entweder war es drückend heiß, oder es regnete in Strömen. Es war schwierig, nach Gassen zu suchen, in denen eine Beleuchtung benötigt wurde. Wir verbrachten den Großteil unserer Zeit damit, Jeongneung-dong in Jongno-gu (Bezirk) zu erkunden. Ich hätte nicht so viele hohe Hügel in dem Gebiet erwartet.

Wenn wir einen geeigneten Standort gefunden hatten, mussten wir die Anwohner überzeugen. Es widerstrebte ihnen sehr, dass etwas an ihrer äußeren Hauswand angebracht werden sollte. Manchmal dachten wir, dass es uns gelungen sei, sie zu überzeugen, und installierten dort eine Straßenbeleuchtung, aber als wir am nächsten Tag zurückkamen, war sie nicht mehr dort.

Allerdings wurden wir auch von vielen von ihnen ermutigt, und das Verhalten vieler hat uns berührt. Verschiedene Leute gaben uns ein Feedback darüber, dass eine bestimmte Leuchte gut funktionierte oder eine andere ziemlich schwach war. Ich war auch froh darüber, zu sehen, wie das Bewusstsein und das Interesse für umweltfreundliche Projekte und Produkte stiegen.

Es ist wichtig, nachts für Sicherheit zu sorgen, aber das Heizen während des Winters ist ein weiteres, wichtiges soziales Thema. Haben Sie schon einmal an die Entwicklung eines Heizungssystems gedacht, das durch Sonnenlicht betrieben wird?

Eine solarbetriebene Straßenbeleuchtung hat eine sehr niedrige Wärmeeffizienz. Sie ist nicht geeignet für ein System, bei dem viel Wärme über einen kurzen Zeitraum benötigt wird. Darüber hinaus waren die meisten Häuser in Jongno-gu klein und alt. Sie eignen sich nicht für die Installation gigantischer Solarmodule. Ausgehend von diesen Konditionen kann sich die Industrie aber zu einem zukünftigen Wachstumsmotor entwickeln.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Einige Lokalverwaltungen einschließlich der Städte Seoul und Daegu haben ein Interesse an dem „City Firefly Project“. Wir planen, mehr darüber zu forschen, wie wir einen Beitrag zur Entwicklung städtischer Projekte für urbane Erneuerung leisten können.

Wir glauben, dass sich die Welt nicht mit einem Mal verändern lässt. Sich für kleine Dinge zu interessieren, ist ein Anfang, um Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen.

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