Von Studenten entwickelte Drohne liefert medizinische Hilfsgüter nach Nepal

Mitglieder des Drohnen-Startup-Unternehmens Angelswing mit Kindern aus Nepal. Das aus Studenten bestehende Unternehmen hat eine Drohne entwickelt, die Medizin in entlegene Dörfer liefern kann.

Im Januar ist eine Drohne über das kleines Dorf Narjamandap im Bezirk Nuwakot geflogen, das sieben Autostunden von Nepals Hauptstadt Kathmandu entfernt liegt.

Die Drohne flog 2 Kilometer und war in der Lage, eine 1 Meter große Kiste in das Dorf zu liefern. In der Kiste befanden sich medizinische Bedarfsartikel wie Impfstoffe, Spritzen und Schmerzmittel. Dabei handelte es sich um ein Drohnenprojekt für medizinische Hilfslieferungen, das von dem gemeinnützigen studentischen Startup-Unternehmen Angelswing umgesetzt wurde.

Angelswing ist ein sozial orientiertes Jungunternehmen, das von einer Gruppe Studenten gegründet wurde, die mittels Drohnen einen Beitrag zur Gesellschaft leisten wollen. Im April 2015, als Nepal von den massiven Erdbeben erschüttert wurde, haben sich zwei Studenten zusammengetan, um vor Ort zu helfen. Sie absolvierten gerade einen Kurs zum Thema Unternehmensgründung. Einer von ihnen war Peter Park, der sich in Seoul als Austauschstudent des Georgia Institute of Technology aufhielt. Bei dem anderen Studenten handelte es sich um Jeon Suli, der Politik und Diplomatie studierte.

Ihr erstes Projekt umfasste die Entwicklung einer mit Kameras ausgestatteten Drohne, die Aufnahmen von den zerstörten Regionen Nepals machen und mit den gesammelten Daten detaillierte Karten der Region erstellen konnten. Die Jungunternehmer sagen, dass die Erfassung des Schadensausmaßes der erste Schritt zur Unterstützung der Menschen und zum Wiederaufbau von Gebäuden in der Region war. Sie kamen zu der Überlegung, dass eine Drohne zu diesem Zweck eingesetzt werden könne, statt Freiwillige auf den Weg zu schicken, die jeden einzelnen zerstörten Ort zu Fuß erkunden müssten, was zum einen gefährlich und zum anderen ein zeitintensives Unterfangen wäre.

Schnell schlossen sich einige Mitglieder dem Team an, um das Drohnenprojekt zu realisieren. Bei den Recherchen waren sie gänzlich auf sich selbst gestellt, nutzten Bücher und das Internet, um günstige Teile online zu erwerben und somit Kosten zu sparen. Nach drei Monaten war die Drohne fertiggestellt, die detaillierte Karten erstellen kann. Das Team reiste anschließend nach Kathmandu und spendete ihre Drohnen der Abteilung für Ingenieurswissenschaften an der Universität Kathmandu. Die Drohnen wurden dann zur Erstellung von Karten in den vom Erdbeben erschütterten Regionen eingesetzt.

Eine von Angelswing entwickelte Drohne liefert auf einem Testflug medizinische Hilfsmittel (Fotos: Angelswing).

Nachdem die Team-Mitglieder von dem Erdbeben gehört hatten und sich vor Ort in Kathmandu ein Bild gemacht hatten, setzte sie ihre Arbeit zur Weiterentwicklung des Drohnenprojekts fort.

Das Team entschied sich, eine Drohne zur Lieferung medizinischer Hilfsmittel für Menschen in entlegenen Bergdörfern zu entwickeln. Diese Orte sind nur schwer zu erreichen, was viele Menschen mangels medizinischer Versorgung mit ihrem Leben bezahlen.

Das Team fokussierte auf die Entwicklung einer Drohne, die, unter Verwendung von GPS, Kameras und Sensoren zur Höhenmessung, ein spezielles Gewicht medizinischer Produkte transportieren kann. Dank dieser Technik kann die Medizin-Box mit großer Genauigkeit am richtigen Ort abgesetzt werden. Die Beteiligten haben auch die Batterie- und Propellerleistung verbessert, um die Flugzeit der Drohne zu verlängern. Nach zahlreichen Testflügen gelang es dem Team, die Box mit den medizinischen Hilfsgütern über einen Zeitraum von einem Monat an 10-20 Menschen zu liefern.

Im Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der nepalesischen Regierung im März plant das Team die Lieferung weiterer Medizin-Pakete in noch entlegenere Gebiete.

 

Zurück